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		<title>Gone, but not forgotten &#8211; Teil 6</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 23:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gone but not forgotten]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Lovestory]]></category>

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		<description><![CDATA[6. Schmerzhafte Offenbarungen
Marc
Um elf Uhr hatte ich einen Termin bei Frau Dr. Williams. Drew fuhr mich netterweise hin.
„K&#246;nnte die Amnesie meine Pers&#246;nlichkeit ver&#228;ndern im Vergleich zu fr&#252;her?“ Schon l&#228;nger dachte ich dar&#252;ber nach, kam jedoch zu keinem Ergebnis.
„Zu jemand anderem machen? F&#252;hlen Sie sich denn irgendwie anders?“, stellte Dr. Williams eine Gegenfrage.
„Ich sch&#228;tze schon, doch <a href="http://www.pitstories.de/2010/03/11/gone-but-not-forgotten-teil-6/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">6. Schmerzhafte Offenbarungen</span></strong></p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>Um elf Uhr hatte ich einen Termin bei Frau Dr. Williams. Drew fuhr mich netterweise hin.</p>
<p>„K&#246;nnte die Amnesie meine Pers&#246;nlichkeit ver&#228;ndern im Vergleich zu fr&#252;her?“ Schon l&#228;nger dachte ich dar&#252;ber nach, kam jedoch zu keinem Ergebnis.</p>
<p>„Zu jemand anderem machen? F&#252;hlen Sie sich denn irgendwie anders?“, stellte Dr. Williams eine Gegenfrage.</p>
<p>„Ich sch&#228;tze schon, doch ich wei&#223; ja nicht, wie ich damals war, vor dem Unfall.“</p>
<p>„Beschreiben Sie mir, was genau anders ist“, forderte sie mich freundlich auf.</p>
<p>„Ich f&#252;hle mich freier, unbeschwerter, irgendwie gl&#252;cklicher.“</p>
<p>„Das freut mich zu h&#246;ren. Wie ist Drew eigentlich zu ihnen?“ Ihr Blick war herzlich, aber doch durchbohrte er mich, als k&#246;nne ich ihr nichts vormachen.</p>
<p>„Oh, Drew ist toll. Ich meine, er hat mein Leben gerettet“, versuchte ich einen Kompromiss.</p>
<p>„Setzt er Sie in irgendeiner Weise unter Druck?“ Worauf wollte die &#196;rztin hinaus?</p>
<p>„Nein, nein, auf kein Fall!“ Hastig ergriff ich Partei f&#252;r Drew. „wir sind nur &#8230; nur &#8230; gute Freunde geworden.“ Ich merkte selbst, es klang irgendwie unglaubw&#252;rdig, wie ich es vorbrachte.</p>
<p>„Marc, wissen Sie, es ist v&#246;llig normal, dass sie starke Gef&#252;hle f&#252;r ihren Lebensretter entwickeln. Aber, das beinhaltet nicht unbedingt eine Verpflichtung. Sie m&#252;ssen sich zu nichts gedr&#228;ngt f&#252;hlen.“</p>
<p>„Selbstverst&#228;ndlich“, erwiderte ich knapp.</p>
<p>„Sie wissen, dass Drew homosexuell ist?“ Was f&#252;r eine Frage! Frau Dr. Williams ahnte bestimmt, was ablief zwischen uns, das sp&#252;rte sie, da war ich ganz sicher.</p>
<p>„Lebt er OFFEN schwul?“</p>
<p>Angriff ist die beste Verteidigung, dachte ich.</p>
<p>„Doch, ich denke schon.“</p>
<p>Diese Bemerkung l&#246;ste deutliches Unbehagen in mir aus, warum auch immer.</p>
<p>„Und weiter?“, fragte ich nerv&#246;s.</p>
<p>„Und was? Sagen Sie es mir. Ich dachte, es w&#252;rde Sie vielleicht &#252;berraschen.“</p>
<p>Ich war wie vor den Kopf geschlagen, sie wusste genau, was hier ablief. „Mache ich einen Fehler?“, fragte ich also nur.</p>
<p>Einen Moment lang, dachte Dr. Williams nach.</p>
<p>„Marc, es gibt so viel, was sie von sich selbst nicht wissen. Sie m&#252;ssen in ihr altes Leben zur&#252;ckkehren. Bereiten Sie sich eigentlich darauf vor?“</p>
<p>Ihre Worte klangen herzlich, sie meinte es gut mit mir, das war offensichtlich. Dennoch war das ein Schlag ins Gesicht und brachte alles ins Wanken.</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Drew</em></strong></p>
<p>Die Sonne schien warm vom Himmel herab und bedeckte die Berglandschaft mit ihrem goldenen Schleier. Mir kam die Idee, ein kleines Picknick mit Marc zu unternehmen. So packte ich einige Lebensmittel, mehrere Flaschen Orangensaft und Mineralwasser, Geschirr und eine gro&#223;e Decke ein und holte meinen Freund um zw&#246;lf Uhr vom Krankenhaus ab.</p>
<p>Es war nur &#252;berdeutlich, dass Marc nachdachte, ich lie&#223; ihn gew&#228;hren. Inzwischen sa&#223;en wir auf einer dieser herrlichen Bergwiesen, Wir hatten es uns nebeneinander gem&#252;tlich gemacht und machten uns &#252;ber die mitgebrachten Vorr&#228;te her.</p>
<p>„Alles in Ordnung?“ Ich konnte Marcs Schweigen nicht mehr ertragen.</p>
<p>„Dr. Williams hat Fragen gestellt“, war die knappe Antwort. Er schaute mir nicht einmal in die Augen.</p>
<p>„Was hast du ihr denn erz&#228;hlt?“, versuchte ich mehr zu erfahren.</p>
<p>„Nichts.“</p>
<p>„Du kannst ruhig mit ihr &#252;ber alles sprechen.“ Frau Dr. Williams war seit vielen Jahren meine &#196;rztin und eine Vertraute. Ich hatte keine Geheimnisse vor ihr, und Marc m&#252;sste es sicher auch nicht. Sie behandelte ihn schlie&#223;lich.</p>
<p>„Sieht man es uns denn so sehr an?“ Daher lief also der Hase! Marc f&#252;rchtete sich davor, zu seinen homosexuellen Gef&#252;hlen zu stehen.</p>
<p>„Machst du dir dar&#252;ber Sorgen? &#8230; Dass man es uns ansehen k&#246;nnte?“</p>
<p>„Na ja, man soll nicht auf mich mit dem Finger zeigen, weil ich mit dir zusammen bin.“</p>
<p>Dieser Satz war wie ein Faustschlag und er tat schrecklich weh. War es Marc also peinlich mit mir zusammen zu sein, sch&#228;mte er sich f&#252;r mich?</p>
<p>„Drew, das klang jetzt bl&#246;d, ich wei&#223;. Ich hab das nicht b&#246;se gemeint. Schau, mein Leben ist ein gro&#223;es Geheimnis, ich hab das so satt. Es muss doch m&#246;glich sein, mehr zu erfahren. Ich wei&#223; einfach nicht, wer oder was ich bin. Das verunsichert mich immens.“</p>
<p>„Marc, ich kann dir von deinem Unfall nicht mehr erz&#228;hlen. Es tut mir leid.“</p>
<p>„Unfall? Wieso kommst du denn jetzt gerade auf den zu sprechen? Es gibt also doch einige Sachen, die du mir verheimlichst, die hilfreich f&#252;r mich sein k&#246;nnten?“ Fast klang seine Stimme ein wenig w&#252;tend.</p>
<p>„Bedeute ich dir &#252;berhaupt etwas, Marc?“</p>
<p>„Ja, ich glaube schon.“</p>
<p>Das war nicht das, was ich h&#246;ren wollte. Dieses ganze Gespr&#228;ch eskalierte zur reinsten Katastrophe und ich h&#228;tte auf der Stelle in Tr&#228;nen ausbrechen k&#246;nnen.</p>
<p>„Du GLAUBST also, ich bedeute dir etwas“, wiederholte ich und bem&#252;hte mich krampfhaft darum, mir nichts anmerken zu lassen.</p>
<p>„Doch, du bedeutest mir etwas.“ Marc schaute in den Himmel und schwieg.</p>
<p>***</p>
<p>Paul und Nancy hatten uns zum Essen eingeladen. Nat&#252;rlich waren wir ihrer Einladung nachgekommen.</p>
<p>„So segne der Herr unser Essen und unsere Gemeinschaft. Amen.“ Nancy hatte ein Tischgebet vorgebetet.</p>
<p>„Bist du religi&#246;s, Marc?“, wandte sie sich ihm zu.</p>
<p>„Sp&#228;testens jetzt bin ich es“, bemerkte er mit einem unsicheren L&#228;cheln.</p>
<p>„Wir besuchen eine tolle Gemeinde“, meinte Nancy; Paul nickte unterst&#252;tzend.</p>
<p>„Bring ihn doch mal mit, Drew.“</p>
<p>„Nancy, du wei&#223;t doch, dass ich nicht zur Kirche gehe. Da sind einfach zu viele Kleingeister unterwegs.“</p>
<p>„Drew, ich bitte dich.“ Nancy war sichtlich beleidigt, nahm es dann aber doch mit Humor: „Wenn es keine Kleingeister g&#228;be, br&#228;uchten wir keine Kirchen. Wie herum man das jetzt auch immer verstehen m&#246;chte&#8230;“</p>
<p>„Na kommt, genug davon. Greift zu und lasst es euch schmecken“, mischte sich Paul ein.</p>
<p>„Sieht wirklich k&#246;stlich aus“, schmeichelte Marc und setzte ein freundliches L&#228;cheln auf. „Nancy k&#246;nnte doch kochen im Gasthof.“ Marc spielte auf das Haus am See an.</p>
<p>Paul schaute ziemlich verbl&#252;fft aus.</p>
<p>„Ich &#252;berlege, es wieder zu er&#246;ffnen“, wandte ich mich ihm erkl&#228;rend zu.</p>
<p>„Seit wann?“</p>
<p>„Schon immer, Paul.“</p>
<p>„Was soll das denn bittesch&#246;n? Hast du Marc etwa von dem Unfall erz&#228;hlt?“</p>
<p>„Na und? Warum auch nicht?“</p>
<p>Nancy beugte sich derweil zu Marc her&#252;ber und fl&#252;sterte ihm so laut zu, dass ich es noch h&#246;ren konnte: „So l&#228;uft das fast immer zwischen ihnen.“</p>
<p>Mit laut erhobener Stimme fuhr sie fort: „Marc, wie ist das eigentlich genau, unter Amnesie zu leiden? Ich kann mir das gar nicht vorstellen.“ Offensichtlich wollte sie das Thema wechseln.</p>
<p>„Nun, es ist als ob einem etwas auf der Zunge liegt, aber es f&#228;llt einem nicht ein, obwohl man schw&#246;ren k&#246;nnte, man wei&#223; es. So ungef&#228;hr ist das.“</p>
<p>„Du kannst dich nicht mal an deine Familie erinnern?“, wollte Nancy wissen.</p>
<p>„Manchmal fallen mir Kleinigkeiten ein, bestimmte Bilder oder Ger&#252;che, aber nichts Konkretes. Offenbar verdr&#228;nge ich den Unfall, weil es sehr traumatisch war.“</p>
<p>„Du hattest gro&#223;es Gl&#252;ck, &#252;berlebt zu haben, Marc, jedes Jahr passieren hier in den Bergen t&#246;dliche Unf&#228;lle. Stimmt doch, Paul?“ Nancy wandte sich ihrem Mann zu.</p>
<p>„Nancy, bitte, wir sind beim Essen. Aber es stimmt.“</p>
<p>„Paul sagt keinen Ton, geht aus dem Haus, sieht sich den Toten an und legt los. Also ich k&#246;nnte das nicht.“ Nancy sch&#252;ttelte bekr&#228;ftigend ihren Kopf, dass ihre Haare nach links und rechts flogen.</p>
<p>„Nancy, das ist echt morbide“, bemerkte ich.</p>
<p>„Ist es nicht, es geh&#246;rt zum Leben dazu. Es kann der Berg sein – oder ein Bus, der einen &#252;berf&#228;hrt. Wie auch immer.“</p>
<p>„Seit wann gibt es hier im Dorf Busse?“ Ich musste lachen.</p>
<p>„St&#228;ndig provoziert er mich“, grinste Nancy in Richtung Marc.</p>
<p>„Du wei&#223;t, dass ich dich lieb habe“, und schenkte ihr ein L&#228;cheln.</p>
<p>„Wie l&#228;uft es denn bei euch?“ Nancy wechselte einfach das Thema und schaute Marc und mich an.</p>
<p>„Ich bin sehr gl&#252;cklich“, verk&#252;ndete Marc und schaute mir tief in die Augen.</p>
<p>„Ich auch“, f&#252;gte ich hinzu und erwiderte sehr erfreut Marcs Blick.</p>
<p>Keinesfalls entging mir, wie sich Paul und Nancy besorgt anschauten.</p>
<p>„Du bist bestimmt gespannt, morgen zur&#252;ckzukehren?“ Nancy sprach Marc an.</p>
<p>„Nur das Leben hier ist mir wirklich vertraut“, seufzte Marc.</p>
<p>Paul hatte den Volvo von Marc gefunden. Im Auto befanden sich unter anderem die Papiere, so dass man Marcs Herkunft eindeutig kl&#228;ren konnte. Nat&#252;rlich musste es fr&#252;her oder sp&#228;ter so kommen. Dennoch st&#252;rzte mich Pauls Fund in eine tiefe Krise.</p>
<p>***</p>
<p>Marc und ich sa&#223;en am Abend noch eine Weile zusammen. Eine gedr&#252;ckte Stimmung herrschte im Raum und keiner sagte ein Wort.</p>
<p>„Woran denkst du?“, durchbrach ich schlie&#223;lich das Schweigen.</p>
<p>„An nichts“. Marcs Stimme klang tonlos.</p>
<p>„Das glaube ich dir nicht, Marc.“</p>
<p>„Es ist alles so kompliziert“, seufzte er.</p>
<p>„Versuchs mir zu erkl&#228;ren, bitte.“ Z&#228;rtlich kraulte ich ihn am Nacken, wollte ihm meine N&#228;he schenken, ihm zeigen, dass ich f&#252;r ihn da bin.</p>
<p>„Es kommt mir vor, als ob ich mir was vormache. Ich tue so, als ob ich nicht in mein altes Leben zur&#252;ck muss.“ Marcs Stimme zitterte leicht.</p>
<p>„Ich habe mich in dich verliebt.“</p>
<p>Marc jedoch schwieg.</p>
<p>„Ich dachte, du liebst mich auch.“ Es brach mir fast das Herz. Wie w&#252;rde es weitergehen mit uns? Das konnte doch nicht das Ende sein!</p>
<p>„Drew, ich wei&#223; nicht mal, wer ich richtig bin.“</p>
<p>„Hast du vielleicht schon daran gedacht, dass GENAU das besser so ist?“ Sicherlich kamen die Worte sch&#228;rfer &#252;ber meine Lippen, als ich es beabsichtigt hatte.</p>
<p>„Was verschweigst du mir? Sag es mir endlich“, bettelte Marc.</p>
<p>„Ich darf es nicht sagen.“</p>
<p>„Hab ich kein Recht es zu erfahren?“ Er blickte mich unverwandt an und sich sah, wie sich seine Augen mit Tr&#228;nen f&#252;llten.</p>
<p>„Die Vergangenheit hat keine Bedeutung“, bem&#252;hte ich mich ihn abzulenken und gleichzeitig zu beruhigen.</p>
<p>„Es geht um mich!“. Marcs Stimme wurde laut und ein paar Tr&#228;nen flossen ihm &#252;ber die Wangen. „Meine Zukunft h&#228;ngt davon ab.“ Leise schluchzte er vor sich hin. Okay, er hatte es so gewollt.</p>
<p>„Wenn dein Leben so toll war, warum wolltest du es dann beenden?“ Vielleicht klangen meine Worte zu scharf, auch ich war sehr erregt.</p>
<p>„Du hast mich geschlagen, jetzt f&#228;llt es mir wieder ein“, murmelte Marc.</p>
<p>„Ich musste es tun.“ Ein Seufzen entfuhr meiner Kehle.</p>
<p>„Warum?“ Marcs Stimme klang leblos.</p>
<p>„Versprich mir, dass sich nichts zwischen uns &#228;ndert“, bat ich eindringlich.</p>
<p>„Das kann ich nicht.“ Wieder diese tonlose Stimme.</p>
<p>„Du musst es aber!“ Ich bekam regelrecht Angst. „Oder ich erz&#228;hle nichts.“ Nat&#252;rlich kann man keine Gef&#252;hle erzwingen, in diesem Moment sprach ich diese Worte aus purer Verzweiflung.</p>
<p>„Gut ich versprech’s.“</p>
<p>Noch einmal hielt ich inne, sortierte meine Gedanken, und begann schlie&#223;lich zu erz&#228;hlen:</p>
<p>„Ich kann mich genau erinnern. Es war sp&#228;t nachmittags. Ein heftiger Sturm zog auf, aus Nordost. Er kam sehr schnell und es begann zu sch&#252;tten wie aus Eimern. Paul bat mich, die Schleusentore des Wasserreservoirs zu &#252;berpr&#252;fen.</p>
<p>Das Wasser floss im wahrsten Sinne des Wortes in Str&#246;men den Berg hinab und ich sah etwas darin, eine Jacke oder so. Ich stieg aus meinem Wagen aus. Da h&#246;rte ich jemanden. Du warst es. Du hast geschrieen. Ich fand dich hinter einem Felsen.</p>
<p>‚Los, kommen Sie! Alles in Ordnung, ich hole Sie hier raus.’ So sprach ich dich an.</p>
<p>Du riefst nur: ‚Es tut mir leid, es tut mir so leid.’ Du standst v&#246;llig neben dir, und dann noch mal: ‚Sagen Sie ihr, es tut mir leid!’</p>
<p>Um dich zu beruhigen, versprach ich es dir, obwohl ich ja gar nicht wusste, worum es geht.</p>
<p>‚Kommen Sie, wir m&#252;ssen hier weg.’ Ich versuchte dich, mit mir zu nehmen. Aber du weigertest dich.</p>
<p>‚Sie verstehen nicht, ich muss zur&#252;ck, es noch mal versuchen.’ Du wolltest dich los rei&#223;en von mir, dich herabst&#252;rzen, war es doch zuvor nicht richtig gegl&#252;ckt.</p>
<p>‚Sie gehen jetzt &#252;berhaupt nirgendwo hin!’“</p>
<p>„Ich hab versucht mich umzubringen.“ Marc unterbrach meinen Bericht und begann hemmungslos zu weinen. All der Schmerz schien ihn in diesem Moment einzuholen. Ich legte meinen Arm um ihn und versuchte ihm dadurch ein wenig Trost und Halt zu geben.</p>
<p>„Das mit der Amnesie jagte mir einen Schreck ein. Erst dachte ich, ich w&#228;re schuld daran“, schilderte ich meine Bef&#252;rchtungen. „Ich musste dich doch irgendwie aufhalten, darum schlug ich dich mehr oder weniger nieder. Bist du mir b&#246;se?“ Bettelnde Blicke war ich meinem Liebsten zu.</p>
<p>„Nein. Du hast nur deine Pflicht getan.“</p>
<p>In dieser Nacht teilten wir uns dasselbe Bett, eng aneinander gekuschelt.</p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>Drews N&#228;he gab mir Kraft, er schlief tief und fest. Ich jedoch war hellwach. Zu sehr w&#252;hlte mich das auf, was ich am Abend geh&#246;rt hatte.</p>
<p>Immer wieder traten dieselben Bilder vor mein inneres Auge. „Sagen Sie ihr, es tut mir leid, sagen Sie ihr, es tut mir Leid&#8230; Ich kann nicht mitkommen, ich muss zur&#252;ck, es noch einmal versuchen&#8230;“</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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		<item>
		<title>Gone, but not forgotten &#8211; Teil 5</title>
		<link>http://www.pitstories.de/2010/03/08/gone-but-not-forgotten-teil-5/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 23:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gone but not forgotten]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Lovestory]]></category>

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		<description><![CDATA[5. Kaminstunden
 
Drew
Abends hatte ich beschlossen, f&#252;r uns beide zu kochen. Marc lehnte l&#228;ssig an der K&#252;chenzeile und schaute mir aufmerksam zu.
Mit zwei Topflappen nahm ich den gro&#223;en Topf vom Herd und bat meinen Gast:
„K&#246;nntest du bitte zwei Sch&#252;sseln r&#252;ber geben?“
„Klar, kein Problem.“ Schon &#246;ffnete Marc die T&#252;r des H&#228;ngeschranks neben sich.
„Nein, dort nicht, in <a href="http://www.pitstories.de/2010/03/08/gone-but-not-forgotten-teil-5/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">5. Kaminstunden</span></strong></p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Drew</em></strong></p>
<p>Abends hatte ich beschlossen, f&#252;r uns beide zu kochen. Marc lehnte l&#228;ssig an der K&#252;chenzeile und schaute mir aufmerksam zu.</p>
<p>Mit zwei Topflappen nahm ich den gro&#223;en Topf vom Herd und bat meinen Gast:</p>
<p>„K&#246;nntest du bitte zwei Sch&#252;sseln r&#252;ber geben?“</p>
<p>„Klar, kein Problem.“ Schon &#246;ffnete Marc die T&#252;r des H&#228;ngeschranks neben sich.</p>
<p>„Nein, dort nicht, in der zweiten Schublade von unten findest du sie.“</p>
<p>„Ah, bei mir zu Hause stehen Sch&#252;sseln oben in einem H&#228;ngeschrank.“ Wieder einmal war es Marc gelungen, ein kleines St&#252;ckchen seiner Vergangenheit aufzudecken. „Komisch, ich wei&#223; es pl&#246;tzlich ganz genau.“ Es schien ihn offensichtlich zu verwirren. Pr&#252;fend schaute ich Marc an. Er wollte jedoch nicht weiter darauf eingehen.</p>
<p>„Wie nennt sich das, was du da gekocht hast?“</p>
<p>„Kaninchen-Eintopf spezial“, verk&#252;ndete ich nicht ganz ohne Stolz, „eine Spezialit&#228;t, die ich gern in meinem Gasthof anbieten m&#246;chte, wenn es mal soweit ist.“</p>
<p>„Kaninchen?“ Marc schien &#252;berrascht.</p>
<p>„Probier mal.“ Ich fischte einen L&#246;ffel voll aus dem dampfenden Topf, wartete einen Moment und f&#252;tterte dann Marc damit. Erwartungsvoll schaute ich ihn an.</p>
<p>„Mmh, willst du eine ehrliche oder eine freundliche Antwort?“ Seine Augen blitzten und er grinste verschlagen. „Kann ich dir vielleicht beim Abschmecken helfen?“</p>
<p>„O je, so schlimm?“ Ehrlich gesagt war ich entt&#228;uscht.</p>
<p>„Nein, so schlimm ist es nicht. Es fehlen nur ein paar Sachen.“ Tr&#246;stend streichelte er mich und nahm mich in den Arm. Wie sehr ich das genoss. Alles h&#228;tte er &#252;ber mein Essen sagen k&#246;nnen, diese Z&#228;rtlichkeiten wogen es vielfach auf.</p>
<p>Marc schaute in den K&#252;hlschrank und suchte sich einiges Gem&#252;se heraus, eine Paprikaschote, Champignons. Tomaten, Zwiebeln. Dann pl&#252;nderte er mein Gew&#252;rzregal. Aufmerksam beobachtete ich jede seiner selbstsicheren Bewegungen. Er schien genau zu wissen, was er tat.</p>
<p>Zwanzig Minuten sp&#228;ter war ich nun an der Reihe, von Marc gef&#252;ttert zu werden, um sein Werk zu versuchen.</p>
<p>„Wow, das ist ja k&#246;stlich.“ Wirklich, Marc konnte fantastisch kochen, ohne Frage!</p>
<p>„Danke. Also schein ich doch was zu k&#246;nnen“, kommentierte er bescheiden und l&#228;chelte wie ein unschuldiger kleiner Junge.</p>
<p>„Ok, von jetzt an kochst du“, stupste ich ihn an.</p>
<p>„Komm, lass uns essen.“ Und das taten wir in aller Ruhe.</p>
<p>***</p>
<p>Sp&#228;ter sa&#223;en wir gem&#252;tlich vor dem Kamin. Das Prasseln des Feuers verbreitete eine heimelige Atmosph&#228;re und die Flammen warfen ein warmes ged&#228;mpftes Licht in den Raum.</p>
<p>„Ich stie&#223; also den Bienenstock aus Versehen um“, fuhr ich fort zu erz&#228;hlen. „Ungef&#228;hr eine Million Bienen flog hektisch heraus. Paul und ich rannten zum See. Mann, waren die Bienen sauer, sie haben uns regelrecht aufgelauert. Ich konnte entkommen, aber Paul hat es b&#246;se erwischt.“</p>
<p>Beide lachten wir herzlich. Ganz eng r&#252;ckten wir zusammen, sodass sich unsere Beine und Oberk&#246;rper ber&#252;hrten. Nat&#252;rlich genoss ich die N&#228;he dieses Mannes.</p>
<p>„Du hast trotz allem Gl&#252;ck, einen solchen Bruder zu haben”, meinte Marc.</p>
<p>„Ja schon, er hat sich eigentlich immer gut um mich gek&#252;mmert, vor allem seit dem Tod meiner Eltern. Er kommt eben mit bestimmten Dingen auch nicht klar. Wir haben aber immer viel Spass miteinander gehabt.“</p>
<p>Nach kurzem Schweigen begann ich z&#246;gerlich: „Wegen gestern Nacht&#8230;“</p>
<p>„Ah, ich musste auch gerade daran denken: der Kuss“, fiel mir Marc ins Wort. Beide waren wir unsicher, das f&#252;hlte ich eindeutig.</p>
<p>„Bitte verzeih mir, ich habe dich total damit &#252;berrumpelt.“ Wirklich, es tat mir aufrichtig leid. Ich konnte ja gar nicht wissen, wie so etwas bei Marc ankam. Zwar meinte ich starke Signale dahingehend von ihm zu sp&#252;ren, aber das war nichts als pure Vermutungen, vielleicht gar Wunschdenken. Und die Sache beim Unfall, wer wei&#223;&#8230;</p>
<p>„Drew, da ist etwas, was ich dir sagen m&#246;chte. Ich f&#252;hle mich sehr wohl bei dir. Meine Erinnerungen kommen langsam zur&#252;ck &#8230; und &#8230; wir verstehen uns wunderbar. Nun, du hast mir das Leben gerettet. Ich &#8230; bin sehr froh und dankbar, dass du mich an jenem Tag gerettet hast. Es ist sch&#246;n, dass du jetzt bei mir bist.“ Feierlich schaute Marc mir in die Augen. Mir wurde ganz warm ums Herz.</p>
<p>In Zeitlupentempo n&#228;herten sich unsere Gesichter. Ich sp&#252;rte Marcs W&#228;rme, seinen Atem, genoss die Atmosph&#228;re der Geborgenheit. Dann trafen sich unsere Lippen zu einem z&#228;rtlichen Kuss. Dieses Mal lief Marc nicht davon. Er &#246;ffnete leicht seinen Mund und bat mit seiner Zunge um Einlass, was ich ihm liebend gern gew&#228;hrte. Eine Sicherung in mir brannte durch. Leidenschaftlich umfing ich Marc, zog ihn in meine Arme, ohne den Kuss zu unterbrechen und begann ihn mit meinen H&#228;nden &#252;berall am K&#246;rper zu streicheln.</p>
<p>Den Kuss unterbrach ich nur, um ihm – und mir – Pullover und T-Shirt &#252;ber den Kopf zu ziehen. Eng schmiegten wir uns aneinander und genossen die Ber&#252;hrungen der nackten Haut. Marc war es dann, der mir meine Hose auszog, seine folgte sogleich. Liebevoll begann er an meinen Brustwarzen zu knabbern und leckte &#252;ber meinen Bauch. Seine Hand strich zart &#252;ber die Beule in meiner engen Shorts, ich konnte nicht anders als lustvoll aufzust&#246;hnen.</p>
<p>Stundenlang liebkosten wir uns so gegenseitig und gaben uns der k&#246;rperlichen Lust hemmungslos hin. Noch lange lagen wir dann v&#246;llig ersch&#246;pft eng aneinander gekuschelt vor dem langsam erl&#246;schenden Feuer und genossen bed&#228;chtig die K&#246;stlichkeit des Moments.</p>
<p>***</p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>Drew stand vor mir, dick verpackt in Regenkleidung. Es goss in Str&#246;men. Er redete eindringlich auf mich ein. Verzweiflung &#252;bermannte mich, bis hin zur v&#246;lligen Panik.</p>
<p>Mit wild klopfendem Herzen schreckte ich aus dem Schlaf hoch. Wieder hatte ich schlecht getr&#228;umt.</p>
<p>Seufzend erhob ich mich aus dem Bett und verschwand ins Bad, eine Dusche w&#252;rde mir gut tun. Nur mit einer Shorts bekleidet checkte ich die Lage und lief in die K&#252;che. L&#228;chelnd bemerkte ich, dass Drew – ebenso ziemlich unbekleidet wie ich – gerade das Fr&#252;hst&#252;ck zubereitete. Sofort kam er auf mich zu, nahm mich in den Arm und dr&#252;ckte mir sanft einen Kuss auf die Wange.</p>
<p>„Guten Morgen, Marc, hast du gut geschlafen?“</p>
<p>„Hallo, Drew&#8230; mmh&#8230;“</p>
<p>Liebevoll streichelte er mir &#252;ber den R&#252;cken.</p>
<p>„Hattest du wieder Albtr&#228;ume?“</p>
<p>„Ja, und je mehr ich von meinem Leben wei&#223;, desto weniger gef&#228;llt’s mir.“</p>
<p>„Meinetwegen kannst du dein altes Leben ruhig vergessen.“ Drew zwinkerte mir zu und schmiegte sich erneut an mich.</p>
<p>„Warum denn das?“, fragte ich neugierig.</p>
<p>„Na ist doch klar, weil ich gern mit dir zusammen bin“, schnurrte Drew.</p>
<p>„Ach ja, bist du das?“, neckte ich ihn.</p>
<p>„Ja, wirklich.“ Drew schaute mir tief in die Augen und sein Blick bekam etwas sehr Ernsthaftes. „&#220;brigens siehst du toll aus in meinen Klamotten“, f&#252;gte er hinzu und strich mit seinen H&#228;nden &#252;ber meinen Hintern.</p>
<p>Ich l&#228;chelte ihn schweigend an. Die ganze Situation &#252;berforderte mich ein wenig, die Amnesie, keine Vergangenheit zu haben, kein Zuhause&#8230;</p>
<p>„Hey, f&#252;hre ich Selbstgespr&#228;che?“, stichelte Drew, der irgendeine Reaktion erwartete.</p>
<p>„Soll ich dir auch sagen, wie gut du in deinen Sachen aussiehst?“, grinste ich ihn an.</p>
<p>„Ja, das w&#252;rde mir gefallen“, nuschelte Drew, indem er an meinem Ohrl&#228;ppchen knabberte und meinen Hals mit K&#252;ssen bedeckte.</p>
<p>„Tust du&#8230;“, waren meine letzten Worte, bevor wir uns hingebungsvoll k&#252;ssten.</p>
<p>„Nehmen wir zusammen ein Bad?“, fl&#252;sterte mir mein S&#252;&#223;er ins Ohr und ich konnte nicht anders als zuzustimmen.</p>
<p>***</p>
<p>Es war wundersch&#246;n, mich in seine Arme fallen zu lassen, ich lehnte mich an ihn an und legte meinen Kopf auf seine Schulter. Die W&#228;rme des Wassers lullte mich ein wenig ein.</p>
<p>„Wie war eigentlich dein erstes Mal?“ Meine Neugier trieb mich zu dieser Frage.</p>
<p>„Ist das eine Fangfrage?“, fragte Drew l&#228;chelnd.</p>
<p>„Nein, auf keinen Fall.“</p>
<p>„Mein erstes Mal&#8230; war einfach mein erstes Mal.“ Er wich also aus. Gut, ich konnte das nachvollziehen. Sicher wollte er nicht, dass ich Vergleiche anstellen w&#252;rde und er selbst wollte mich also nicht an etwas Vergangenem messen.</p>
<p>„Erz&#228;hl mir davon“, bat ich ihn dennoch.</p>
<p>„Nun&#8230;“, begann Drew z&#246;gerlich, „das erste Mal ist schon was besonderes in gewisser Weise. Es gab da einen Jungen im Sportunterricht. Wir gingen &#246;fter mal morgens zusammen Joggen. Einmal machten wir ein Wettrennen &#8230; und landeten pl&#246;tzlich in den B&#252;schen. Es war schon recht krass.“</p>
<p>„Nicht schlecht“, bemerkte ich.</p>
<p>Auf der Stelle hatte ich das Verlangen Drew zu k&#252;ssen, und ich tat es dann auch.</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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		<title>Der Stoff aus dem Leben gemacht ist &#8211; Teil 9</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 11:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>magru</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Stoff, aus dem Leben gemacht ist]]></category>
		<category><![CDATA[Coming Out]]></category>
		<category><![CDATA[Lovestory]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendetwas piekt mir sehr unangenehm in die Seite und ich werde wach. Mit meiner rechten Hand nach dem &#220;bel tastend, f&#252;hle ich nur meine nackte Haut und Stroh, dessen spitze Halme das unangenehme Gef&#252;hl hervorrufen, sehen kann ich nichts.
Ich versuche mich aufzurichten, um mich besser orientieren zu k&#246;nnen, was zur Folge hat, dass ich einen <a href="http://www.pitstories.de/2010/03/07/der-stoff-aus-dem-leben-gemacht-ist-teil-9/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendetwas piekt mir sehr unangenehm in die Seite und ich werde wach. Mit meiner rechten Hand nach dem &#220;bel tastend, f&#252;hle ich nur meine nackte Haut und Stroh, dessen spitze Halme das unangenehme Gef&#252;hl hervorrufen, sehen kann ich nichts.</p>
<p>Ich versuche mich aufzurichten, um mich besser orientieren zu k&#246;nnen, was zur Folge hat, dass ich einen stechenden Kopfschmerz versp&#252;re und vor Mattigkeit zur&#252;ck sinke.</p>
<p>Wo bin ich, warum liege ich hier im Stockfinstern vollkommen nackt auf Stroh, ich kann mich gerade an nichts erinnern. Ist mir vielleicht nur schwindlig und ich kann deshalb nichts sehen, tr&#228;ume ich etwa oder sind alles nur die Auswirkungen eines gro&#223;en Bes&#228;ufnisses, das w&#252;rde auch meine Erinnerungsl&#252;cken erkl&#228;ren. Mir ist &#252;bel, ich glaube, ich muss mich gleich erbrechen.</p>
<p>Die Luft ist sehr stickig und es stinkt nach Latrine. Von oben ist leichtes Schaben zu h&#246;ren und Ger&#228;usche, wie aus einem Schweinestall. Warum aber von oben? Was ist oben, was unten, vorne, hinten, ich habe keine Orientierung.</p>
<p>Endlich kann ich mich hoch zwingen. Mit Hilfe meiner H&#228;nde versuche ich, die unmittelbare Umgebung zu ergr&#252;nden, jedoch ein pl&#246;tzlicher Hustenreiz l&#228;sst mich innehalten. Unmittelbar erklingt das Echo, wie in einer gusseisernen Badewanne.</p>
<p>Meine tastend vorgestreckten Fingerspitzen sto&#223;en auf etwas Hartes und Raues. Hier ist eine Wand, die Oberfl&#228;che wie Beton. Die Wand gibt die Richtung vor und ich versuche mich, an ihr aufzurichten.</p>
<p>Vorsichtig und langsam bewege ich mich an der Wand entlang, bem&#252;ht, endlich den Lichtschalter zu finden und einen rettenden Weg nach au&#223;en. Jedoch, alle Anstrengung ist umsonst, von einer T&#252;r ist keine Spur und der Weg nimmt kein Ende, denn die Wand hat eine konkave Kr&#252;mmung. Ich stecke auf dem Boden einer gro&#223;en Betonr&#246;hre!</p>
<p>Nun will ich pr&#252;fen, wie es in der H&#246;he aussieht, aber auch wenn ich mich ganz ausstrecke und dabei auf den Zehenspitzen stehe, kann ich nicht die obere Begrenzung erreichen.</p>
<p>In die Hocke gehend und mehrmals tief durchatmend, gelingt mir nach einigen misslungenen, kr&#228;ftezehrenden Versuchen ein Sprung. Wieder nichts, aber als ich unten aufkomme, verliere ich das Gleichgewicht und kippe nach vorn.</p>
<p>„Aua! Au!“, kommt es leise jammernd direkt aus meiner Landeposition, dann ist es wieder still.</p>
<p>Da ist noch jemand, dem ich gerade schmerzhaft auf dem Bauch gelandet bin, so tief rein und weich, wie sich das angef&#252;hlt hat. Da ich die Person nicht sehen kann, versuche ich mit meinen H&#228;nden, ihre Konturen wahrzunehmen.</p>
<p>Moment, das ist jetzt aber unanst&#228;ndig! Meine Hand in die andere Richtung auf dem nackten m&#228;nnlichen K&#246;rper entlang f&#252;hrend, bin ich am Gesicht angelangt. Auf dessen Stirn prangt eine ziemliche Beule, au&#223;erdem f&#252;hlt sie sich fiebrig an.</p>
<p>Meine Nacktheit, die vor mir nackt im Stroh liegende Person, die Beule am Kopf, die Dunkelheit, die Ungewissheit, der unbekannte Ort, das ganze Warum und Wieso, ich bin gerade total &#252;berfordert. Ein heftiges Stechen geht durch meinem Kopf, aber auch eine Ahnung, dass wohl irgendeine Verbindung zu der Person und meiner Anwesenheit hier bestehen muss. Zumindest bin ich nicht allein.</p>
<p>Eine Hand auf der Brust des vor mir liegenden, wo ich deutlich sein Herz wahrnehmen kann, die andere mir immer wieder &#252;bers Gesicht fahrend, als ob ich damit den hemmenden Nebelschleier aus meinem Kopf vertreiben k&#246;nnte, versuche ich, mich krampfhaft zu erinnern.</p>
<p>Mit meinem Gesicht dem anderen jetzt ganz nahe, so dass mir dessen Haare bereits in der Nase kitzeln und ich deutlich seinen Atem sp&#252;ren kann, f&#252;hle ich eine seltsame Vertrautheit in mir aufsteigen.</p>
<p>Als meine Lippen zuf&#228;llig mit seiner Nasenspitze zusammen sto&#223;en und unsere nackten Oberk&#246;rper sich ber&#252;hren, ist mir, als ob ich einen leichten elektrischen Schlag bekomme und es f&#228;llt mir wie Schuppen von den Augen: Fabio!</p>
<p>„Hallo Fabio, wache auf, Manu ist bei dir“, er reagiert nicht. „Bitte, sag doch was, sprich mit mir!“, keine Reaktion. Ihn an den Schultern zu r&#252;tteln, ist ebenso erfolglos.</p>
<p>Er atmet, wenn auch unregelm&#228;&#223;ig, der Puls scheint normal zu sein, doch die sehr hei&#223;e Stirn deutet darauf hin, dass etwas mit ihm nicht stimmt, dass er wohl krank sein muss.</p>
<p>Jetzt viel frische Luft und ihm auf jedem Fall was zu trinken geben, dass w&#228;re meine normale Reaktion gewesen, aber hier unten ist nichts weiter als nur trockenes Stroh zu finden. Und es ist hei&#223;, stickig und es stinkt f&#252;rchterlich. Zudem sp&#252;re ich, dass ich dringend auf den Topf muss. Es muss sein.</p>
<p>Obwohl ich meine Hinterlassenschaft ordentlich mit viel Stroh abgedeckt habe, stinkt es nun noch mehr.</p>
<p>Alle meine Anstrengung ist umsonst, was kann ich noch tun. Mir f&#228;llt momentan nichts Besseres ein, als mich neben Fabio zu legen.</p>
<p>Immer wieder versuche ich, durch Zureden und Streicheln in sein Bewusstsein zu dringen, aber ich k&#246;nnte ihm auch ebenso direkt ins Ohr br&#252;llen, es bringt nichts, er ist wie besinnungslos. Ohne Zweifel, Fabio ben&#246;tigt dringend &#228;rztliche Hilfe!</p>
<p>„Hilfe! Ist hier denn niemand! Hallo!“, aber ich kann rufen, solange ich will und ich Kraft daf&#252;r habe, mich h&#246;rt keiner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>*-*-*</b></p>
<p><b> </b></p>
<p>Nach langer Zeit des frustrierenden Wartens kann ich deutlich ein Klappern h&#246;ren und ich sch&#246;pfe auf einmal wieder Hoffnung. Mein Herz macht dabei Jubelspr&#252;nge und schl&#228;gt mir aufgeregt bis zum Hals.</p>
<p>„Hilfe! Hallo! H&#246;ren Sie mich! Bitte holen sie uns hier raus. Wir brauchen Hilfe.“</p>
<p>„Schnauze, da unten! Seit wann hat Schweinefutter was zu melden!</p>
<p>Aber schreie du da unten nur rum, solange du willst &#8211; es ist zwecklos, dich wird sowieso niemand h&#246;ren k&#246;nnen. Und ich werde euch garantiert nicht helfen, bin doch nicht bl&#246;d.</p>
<p>Denn merke dir ein f&#252;r allemal: Wer sich gegen uns stellt, hat sein Todesurteil bereits unterschrieben!</p>
<p>Vielleicht lasse ich euch da unten nur einfach verhungern und verdursten, wenn ihr nicht schon vorher in dem engen Loch erstickt seid. Vielleicht werde ich euch nachher die Kehle durchschneiden und danach ordentlich ausbluten lassen, so wie es sich geh&#246;rt. Aber auf jeden Fall werde ich aus euch Schweinefutter machen. Echtes Kraftfutter f&#252;r meine Lieblinge!</p>
<p>So, jetzt gib Ruhe.“</p>
<p>Dann sind Arbeitsger&#228;usche zu h&#246;ren vom Ausmisten und das laute Singen von Schlagermelodien, „Sch&#246;n ist es auf der Welt zu sein&#8230;“</p>
<p>Mir aber ist bei diesen Worten das Herz ganz tief nach unten gerutscht und ich versp&#252;re Todesangst. So verloren und hilflos wie jetzt habe ich mich noch nie gef&#252;hlt. Was k&#246;nnen wir nur getan haben, dass man uns so qu&#228;lt. Warum wir, ich habe keine Ahnung.</p>
<p>H&#228;tte ich nur auf diese telefonische Warnung geh&#246;rt ,Halten sie sich von ihrem Freund fern’, dann w&#228;ren wir jetzt sicherlich nicht vom Tode bedroht. Aber so, wie es nun ist, da ist keine Hoffnung, wir m&#252;ssen wir bald sterben! Obwohl, wenn Fabio nicht bald Hilfe bekommt&#8230;</p>
<p>Mich ganz dicht an ihn schmiegend, so z&#228;rtlich wie ich nur kann, werde ich m&#252;de und m&#252;der&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>*-*-*</b></p>
<p><b> </b></p>
<p>Ein greller Lichtschein. Eine auf mich einredende Stimme. Fast bin ich schon unwiederbringlich auf der anderen Seite eines langen Tunnels angelangt, als ich auf meinem Weg gest&#246;rt werde.</p>
<p>„Komm, ich will dir was zu trinken geben, verschlucke dich aber nicht.“</p>
<p>Das Licht wird heller und heller, so grell, dass es schmerzt, als ich meine Augen &#246;ffne. Der Tunnel verschwindet in der Ferne, die Sonne scheint und &#252;ber mir hat sich ein Junge gebeugt, der mir irgendwie bekannt vorkommt.</p>
<p>„Ein Gl&#252;ck, du lebst! Was frische Luft so ausmacht.</p>
<p>Ich bin &#252;brigens Antonio, falls du es nicht mehr wei&#223;t. Du warst ja ganz sch&#246;n betrunken, als wir uns abends kennengelernt haben und du mir dein halbes Leben erz&#228;hlt hast.</p>
<p>Nun muss ich sehen, dass ich Fabio auch so gut aus der Grube hoch bekomme. Der ist ziemlich schwach, hoffentlich kriegen wir den durch.“</p>
<p>Nein, ich bin nicht im Himmel, auch nicht in der H&#246;lle, denn ich lebe noch, kann es jetzt wieder deutlich sp&#252;ren, mehr und mehr, aber was ist mit Fabio&#8230;</p>
<p>Antonio ist ziemlich kr&#228;ftig. Wie einen Mehlsack hat er sich meinen Freund auf die Schulter gelegt und tr&#228;gt ihn eine blanke Aluleiter hoch.</p>
<p>„Meine Bandscheiben! Hier ist er, dein Freund, und er atmet noch. Gib ihm was zu trinken und benetze seinen K&#246;rper mit viel Wasser aus der Flasche. Ich decke inzwischen die Grube wieder ab und tu das Schloss davor, so dass es aussieht, ihr w&#228;ret noch da unten. Dann sollten wir uns aber schleunigst verpissen.</p>
<p>Ach, und falls du es nicht schon ahnen solltest, ich bin &#252;brigens der Sohn vom Gem&#252;sebaron, der eure Entf&#252;hrung veranlasst hat und will, dass ihr&#8230;“</p>
<p>Als er dabei ist, Fabio vorsichtig auf den Boden abzulegen und ich ihn richtig sehen kann, achte ich nicht mehr auf die Worte meines Befreiers, denn ich bekomme einen heftigen Schreck!</p>
<p>Die Haut von Fabios K&#246;rper ist sehr blass und weist einen merkw&#252;rdigen Farbton auf, so eine Mischung aus leichtem Grau und Gr&#252;n, was auf schlimme Krankheiten schlie&#223;en l&#228;sst. Deutlich ist sichtbar, dass er momentan keine Kontrolle &#252;ber seine Ausscheidungsorgane hat.</p>
<p>„Antonio, k&#246;nnen wir dar&#252;ber nicht sp&#228;ter reden. Schau mal auf Fabios Arm, der hat doch eine Blutvergiftung!“</p>
<p>„Was, Fabio eine Blutvergiftung, zeig mal, woran siehst du das?“</p>
<p>„Na, hier, an der Armbeuge, da geht es los. Sieht ziemlich schlimm aus.“</p>
<p>„Ach du Schei&#223;e, das ist nicht nur so ein Streifen, das ist ja schon eine ziemlich gro&#223;fl&#228;chige Verf&#228;rbung!</p>
<p>Und dieser gro&#223;e, r&#246;tliche Punkt scheint mir die Einstichstelle einer Spritze zu sein.</p>
<p>Wahrscheinlich haben die euch mit einer Droge ruhig gestellt und daf&#252;r eine verschmutzte Spritze genommen. Ein Wunder, dass du dich nicht infiziert hast. Geht es so mit dir?“</p>
<p>„Wegen Fabio geht&#8217;s mir ganz sch&#246;n beschissen, ich habe richtig Angst um ihn. Nun, mach doch endlich was!“</p>
<p>„Komm, hilf mir, Fabio schnell noch was &#252;ber zuziehen. Und auch du solltest dir was anziehen. Ich hab euch Sachen von mir mitgebracht.“</p>
<p>„Unsere Nacktheit ist jetzt nicht wichtig. Wir sollten ihn nur ganz, ganz schnell ins Krankenhaus bringen! Ich kann mir ja unterwegs was anziehen.“</p>
<p>„Gut, Manuel, so machen wir es. Ich fahre mein Auto ganz dicht ran, damit ich ihn leichter hinein bekomme. Schau du mal, dass wir hier nichts umherliegen lassen, was uns verraten k&#246;nnte. Schaffst du das schon?“</p>
<p>„Ja, doch, aber ich habe einen wahnsinnigen Hunger.“</p>
<p>„Oh, Entschuldigung, daran habe ich gar nicht gedacht.“</p>
<p>Antonio und sein Auto, von wegen armer Student, bei diesem aufgemotzten Gef&#228;hrt&#8230; Die Gr&#246;&#223;e ist jetzt aber genau richtig, um Kranke auf der R&#252;ckbank liegend transportieren zu k&#246;nnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>*-*-*</b></p>
<p><b> </b></p>
<p>Fabios Oberk&#246;rper liegt sicher auf meinen Oberschenkeln und ich h&#246;re besorgt auf seinen Atem, der ziemlich schwer geht. Seine Stirn ist von kaltem Schwei&#223; bedeckt.</p>
<p>Noch schneller zu fahren, macht auf den von Antonio ausgew&#228;hlten Wegen keinen Sinn, es sch&#252;ttelt schon jetzt f&#252;r einen Krankentransport viel zu heftig. Hoffentlich muss Fabio sich bei der Sch&#252;ttelei nicht noch ergeben, dann w&#252;sste ich nicht, was ich machen sollte.</p>
<p>Ich schiele kurz zu Antonio, der konzentriert und schweigend versucht, das Fahrzeug auf den von ihm gew&#228;hlten Feldwegen in der Spur zu halten, den Ortschaften dabei m&#246;glichst ausweichend. Auf der Konsole neben ihn liegt eine Pistole mit Schalld&#228;mpfer griffbereit, was mich sehr beunruhigt.</p>
<p>„Antonio? 20.00 Uhr zeigt die Uhr vorn an. Sag mal, was ist heute &#252;berhaupt f&#252;r ein Tag?“</p>
<p><i> </i></p>
<p><b><i>30.08.2030, Freitag, Bilbao</i></b></p>
<p>„Heut ist Freitag, der 30. August. Wir haben gleich die Gegend umfahren, wo mein Papá seine Leute postiert hat und k&#246;nnen auf der anschlie&#223;enden Hauptstra&#223;e endlich richtig Gas geben. Noch 10 Minuten bis zum Krankenhaus.“</p>
<p>„Von Mittwoch bis Freitag, dann waren wir schon drei Tage in dem Loch!“</p>
<p>„Zum Gl&#252;ck keinen Tag l&#228;nger! Und was die mit euch anstellen wollten, erz&#228;hle ich dir lieber nicht.“</p>
<p>„Das wei&#223; ich bereits, Antonio. Danke, dass du uns gerettet hast.“</p>
<p>„Euch gerettet, ja, gewiss, aber dabei habe ich auch mich gerettet. Fabio und tot, dass h&#228;tte ich niemals verwinden k&#246;nnen.“</p>
<p>Dann schweigt er wieder.</p>
<p>„Du, Manuel, ich m&#246;chte dir noch was sagen: Ich habe mich schon vom ersten Tag an, an dem ich Fabio kennen lernte, in ihn verliebt. Ich beneide dich&#8230;“</p>
<p>„Lieben kannst du ihn, indem du Fabio jetzt gleich sehr schnell und vorsichtig ins Krankenhaus hinein tr&#228;gst, ansonsten ist das mein Freund, dass das klar ist! Wir sind da.“</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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		<title>Geburtstagsgr&#252;&#223;e!</title>
		<link>http://www.pitstories.de/2010/03/06/geburtstagsgruesse-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 23:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pit</dc:creator>
				<category><![CDATA[Newsletter]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsere herzlichesten Gr&#252;&#223;e gehen in den S&#252;den der Republik. Dir lieber Joe alles Gute zu deinem Geburtstag. M&#246;ge deine W&#252;nsche alle in Erf&#252;llung gehen.
Copyright (c) 2006-2009 by pitstories.de - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen <a href="http://www.pitstories.de/2010/03/06/geburtstagsgruesse-2/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere herzlichesten Gr&#252;&#223;e gehen in den S&#252;den der Republik. Dir lieber Joe alles Gute zu deinem Geburtstag. M&#246;ge deine W&#252;nsche alle in Erf&#252;llung gehen.</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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		<item>
		<title>Gone, but not forgotten &#8211; Teil 4</title>
		<link>http://www.pitstories.de/2010/03/04/gone-but-not-forgotten-teil-4/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 23:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gone but not forgotten]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Lovestory]]></category>

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		<description><![CDATA[4. Das Haus am See
Marc
Goldenes Sonnenlicht tauchte den Schlafraum in Farben von Honig und Karamell. Ich konnte den s&#252;&#223;lichen Duft f&#246;rmlich riechen, zumindest in der Fantasie. Ausgiebig r&#228;kelte ich meinen m&#252;den K&#246;rper und setzte mich auf. Sch&#246;n war es hier, einfach zum Wohlf&#252;hlen.
Drew schien ausgeflogen zu sein. Auf dem K&#252;chentisch fand ich schlie&#223;lich einen Zettel:
„Bin <a href="http://www.pitstories.de/2010/03/04/gone-but-not-forgotten-teil-4/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">4. Das Haus am See</span></strong></p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>Goldenes Sonnenlicht tauchte den Schlafraum in Farben von Honig und Karamell. Ich konnte den s&#252;&#223;lichen Duft f&#246;rmlich riechen, zumindest in der Fantasie. Ausgiebig r&#228;kelte ich meinen m&#252;den K&#246;rper und setzte mich auf. Sch&#246;n war es hier, einfach zum Wohlf&#252;hlen.</p>
<p>Drew schien ausgeflogen zu sein. Auf dem K&#252;chentisch fand ich schlie&#223;lich einen Zettel:</p>
<p>„Bin mit Paul unterwegs</p>
<p>Essen ist im K&#252;hlschrank, alles andere findest du schon</p>
<p>Klamotten sind oben, bedien dich</p>
<p>Bin bald wieder zur&#252;ck</p>
<p>Gru&#223;, Drew“</p>
<p>Auf dem Weg nach oben schaute ich mich intensiv um. Im Treppenhaus bemerkte ich Bilderrahmen, die – so vermutete ich – Familienangeh&#246;rige zeigten. Auf einigen Fotografien erkannte ich Paul und Andrew, als Kinder und Erwachsene, ebenso ein &#228;lteres Ehepaar, wobei es sich eindeutig um die Eltern handeln musste.</p>
<p>In Drews Schlafzimmer besorgte ich mir ein paar Anziehsachen, da ich selbst kaum welche zur Verf&#252;gung hatte. Auf der Kommode mit W&#228;sche stand ein Holzbilderrahmen, der ebenfalls ein Foto von seinen Eltern enthielt. Es war so ein bauchiger Klapprahmen, in dem man etwas verstauen kann. Neugier &#252;berkam mich, ich konnte nicht anders und schaute hinein. Im Inneren befand sich ein sorgf&#228;ltig ausgeschnittener und zusammengefalteter Zeitungsausschnitt. Schnell begriff ich, was los war. Drews Eltern waren in einem See ertrunken, wie tragisch! Besch&#228;mt richtete ich alles wieder so her, wie ich es vorgefunden hatte, nahm die Kleidungsst&#252;cke und ging nach unten, um eine Dusche zu nehmen.</p>
<p>Als ich gerade fr&#252;hst&#252;ckte, h&#246;rte ich die T&#252;r, und schon stand Drew im Raum.</p>
<p>„Hallo, Drew, ich dachte, du m&#252;sstest arbeiten?“</p>
<p>„Ich arbeite ja auch“, l&#228;chelte er mich an, „ich muss gleich zum See runter, hast du Lust mitzukommen?“</p>
<p>„Ja, gern“, freute ich mich, nicht allein bleiben zu m&#252;ssen.</p>
<p>Hastig stopfte ich den letzten Bissen in den Mund und trank meinen Kaffee aus.</p>
<p>Kurze Zeit sp&#228;ter sa&#223;en wir im Jeep.</p>
<p><strong><em>Drew</em></strong></p>
<p>„Du hast wieder diesen Blick drauf“, bemerkte ich beil&#228;ufig.</p>
<p>„Wie meinst du das?“ Marc klang &#252;berrascht.</p>
<p>„Na ja, du wirkst &#8230; angespannt“, versuchte ich zu erkl&#228;ren und zog grinsend eine Grimasse, die Marc nachahmen sollte.</p>
<p>Der lachte und meinte, so s&#228;he er sicher nicht aus. Fr&#246;hlich gefiel mir mein Sorgenkind gleich viel besser.</p>
<p>Ich drehte den Schl&#252;ssel im Z&#252;ndschloss, aber nichts regte sich.</p>
<p>„Mist, dieses Auto bringt mich noch um den Verstand!“, schimpfte ich. „So geht’s bald nicht mehr weiter. Das passiert immer &#246;fter.“ Entnervt sackte ich in den Sitz zur&#252;ck.</p>
<p>„Warte, ich schau mal“, schlug Marc vor, stieg aus und nachdem ich die Entriegelung der Motorhaube bet&#228;tigt hatte, beugte er sich ins Wageninnere.</p>
<p>„Versuch mal“, rief er mir zu.</p>
<p>Schon schnurrte der Motor, als wenn nie etwas gewesen w&#228;re.</p>
<p>„Wow, Marc, wie hast du das geschafft?“ Ich war beeindruckt.</p>
<p>„Keine Ahnung, ich wusste es einfach“, grinste er mich schelmisch an.</p>
<p>„Hey, du bist sicher Automechaniker oder so was.“</p>
<p>„Na hoffentlich schmei&#223;t du mich jetzt nicht raus und ich muss mir einen Job suchen.“ Marc lachte herzlich.</p>
<p>***</p>
<p>Ganz sicher w&#252;rde es Marc am See gefallen. Er war wundersch&#246;n, klares blau-t&#252;rkis-farbenes Wasser, umgeben von m&#228;rchenhaften W&#228;ldern, Wiesen &#252;bers&#228;t mit Blumen in allen Farben, ein Paradies, wenn nicht die Sache mit meinen Eltern gewesen w&#228;re. Doch wischte ich den Gedanken schnell beiseite.</p>
<p>Ich knotete das kleine Motorboot los und schon tuckerten wir hinaus ins Blau. Marc schien sichtlich nerv&#246;s zu sein, sein Gesicht deutlich verkrampft.</p>
<p>„Hey, was ist los? Bleib ganz locker, es passiert dir nichts“, versuchte ich Marc zu ermuntern.</p>
<p>„&#196;hm, ich BIN locker“, bekr&#228;ftigte mein Gegen&#252;ber wenig &#252;berzeugend.</p>
<p>„So siehst du aber gar nicht aus“, stellte ich mit einem Augenzwinkern fest.</p>
<p>Auf dem See stoppte ich das Boot, erhob mich und fing an mich zu entkleiden.</p>
<p>„Was machst du da?“, stellte Marc eine durchaus &#252;berfl&#252;ssige Frage.</p>
<p>„Du glaubst doch nicht, dass wir hier bloss im Boot herumsitzen werden, oder? Los, komm, wir schwimmen eine Runde“, beantwortete ich das, worauf Marc hinauswollte.</p>
<p>„Schwimmen? Ist das Wasser nicht etwas arg kalt?“, kam es argw&#246;hnisch von ihm.</p>
<p>„Nun, es gibt nur einen Weg, das herauszufinden“, grinste ich frech.</p>
<p>„Du machst Witze.“ Marc schien nicht besonders erbaut von meiner Idee zu sein.</p>
<p>Als ich schlie&#223;lich nackt war, sprang ich abenteuerlustig ins Wasser.</p>
<p>„Sehr erfrischend“, jappste ich und hoffte, Marc nicht noch mehr zu verschrecken. „Worauf wartest du?“</p>
<p>„Danke, ich verzichte.“</p>
<p>„Komm schon, das ist eine einmalige Chance“, lockte ich beharrlich. „Entweder du ziehst dich jetzt freiwillig aus, oder ich hol dich mit Klamotten ins Wasser“. Nat&#252;rlich lachte ich dabei, es machte mir Spass, diesen s&#252;&#223;en Kerl herauszufordern.</p>
<p>„Und wenn ich nicht schwimmen kann?“, zweifelte Marc penetrant.</p>
<p>„Dann rette ich dich“, versprach ich. „Na komm, ich lass dich schon nicht ertrinken.“</p>
<p>„Das Wasser ist wirklich nicht kalt?“</p>
<p>„Ehrenwort“, was nat&#252;rlich eine dreiste L&#252;ge war.</p>
<p>Seufzend stand Marc von seinem Sitzplatz auf und begann sich in Zeitlupentempo zu entkleiden.</p>
<p>„Marc, du machst dir viel zu viele Gedanken. Spring einfach rein.“</p>
<p>„Ich komme ja schon.“ Er verdrehte die Augen und folgte zuletzt meiner Aufforderung.</p>
<p>„Ahhhhhhhhh, DAS soll nicht kalt sein??? Du hast mich reingelegt“, jammerte Marc und sah wirklich zum Anbei&#223;en aus, wie er sich zierte.</p>
<p>Herzlich musste ich lachen. „Nein, es ist definitiv nicht kalt hier drin, es ist Saukalt.“</p>
<p>Nat&#252;rlich r&#228;chte er sich, schwamm auf mich zu und tauchte mich unter Wasser. Eine ganze Weile balgten wir herum und hatten unseren Spass. Es war einfach sch&#246;n, diesen Mann zu sp&#252;ren und ich war gl&#252;cklich.</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>Nachdenklich lie&#223; ich meinen Blick &#252;ber den See gleiten. Wir hatten uns mehr oder weniger erfolgreich getrocknet, angekleidet und waren ans Ufer zur&#252;ckgekehrt.</p>
<p>„Sag mal, Drew, und wenn uns dein Bruder gesehen h&#228;tte? M&#252;sstest du nicht eigentlich arbeiten?“</p>
<p>„Paul? Der kommt niemals her zum See.“</p>
<p>„Wieso nicht?“</p>
<p>„Er &#252;berl&#228;sst mir den See ganz einfach“, wich Drew der Frage aus.</p>
<p>„Ist es wegen eurer Eltern?“ Der Satz rutschte mir eher unbeabsichtigt heraus und schnell fuhr ich fort:</p>
<p>„Ich habe den Zeitungsartikel gefunden. Bitte entschuldige, ich wollte ehrlich nicht schn&#252;ffeln“, und warf Drew einen flehentlichen Blick zu.</p>
<p>„Nicht so schlimm, du kannst es ruhig wissen. Komm mit, ich zeig dir was.“</p>
<p>Wir fuhren mit dem Auto ein St&#252;ck um den See herum. Nach einer Weil tauchte ein stattliches Haus vor uns auf. Es wirkte ein wenig heruntergekommen, als wenn seit vielen Jahren niemand mehr darin wohnen w&#252;rde. Beim N&#228;her kommen erkannte ich, dass es sich um kein normales Wohnhaus handeln konnte, daf&#252;r war es viel zu riesig. Ich schwieg, wenn dann w&#252;rde Drew von sich aus anfangen zu reden.</p>
<p>Drew stoppte den Wagen vor dem Haus und begann zu erz&#228;hlen:</p>
<p>„Das hier alles geh&#246;rte meinen Eltern. Es war ihr ganzer Lebenstraum. All ihr Geld haben sie hier herein gesteckt – und viel Herzblut. Unten im Haus war eine kleine Gastst&#228;tte. Gelebt hatten sie nat&#252;rlich auch hier, zus&#228;tzlich gab es etliche Fremdenzimmer. Schau dir die Umgebung an, wie sch&#246;n es hier ist. Sicher, das Dorf ist ein St&#252;ck weit, hier ist verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig Zivilisation. Aber doch lief es recht gut und war sehr begehrt.“</p>
<p>Schweigen.</p>
<p>„Steht es schon lange leer?“, durchbrach ich die Stille.</p>
<p>„Ein Ehepaar hatte es nach ihrem Tod &#252;bernommen. Aber der Schrecken dieses b&#246;sen Unfalls lag wie ein Schatten auf der ganzen Umgebung. Vier Menschen starben auf mysteri&#246;se Weise. Es lief gar nicht, und sie gaben bald auf. Das ganze Anwesen ist noch im Besitz von Paul und mir. Keiner von uns hat das Haus seit damals je wieder betreten.“</p>
<p>„Warst du dabei, als deine Eltern &#8230; starben?“, fragte ich vorsichtig.</p>
<p>„Nein, Paul und ich waren dort dr&#252;ben im Haus. Meine Eltern g&#246;nnten sich kaum eine freie Minute. Ich &#252;berredete sie, sich endlich einmal einen Tag frei zu nehmen. Sie gingen zum See&#8230; und kamen nicht wieder zur&#252;ck.“ Drews Stimmte stockte.</p>
<p>„Tut mir wirklich leid.“ Ich sp&#252;rte, wie sehr Drew immer noch unter der Sache litt.</p>
<p>„Sie wollten einem &#228;lteren Ehepaar helfen, die mit ihrem Boot kenterten. Irgendetwas lief schief. Keiner konnte das verstehen. Alle vier sind ertrunken. Es war genauso tragisch wie r&#228;tselhaft. – Nie werde ich den Moment vergessen, als uns die Polizei die Nachricht &#252;berbrachte. Lapidar hie&#223; es dann: ‚Tja, Unf&#228;lle passieren halt&#8230;’“ Seine Stimme versagte.</p>
<p>„Klar, und du leidest immer noch darunter, stimmst’s? Hast dir sicher gedacht: ‚Warum mussten meine Eltern f&#252;r die sterben’.“</p>
<p>„Diese bl&#246;den Touristen. Sie gerieten sicher in Panik. Ich schwor mir, wenn ich je in dieselbe Lage komme, f&#252;r niemanden in den Tod zu gehen“, meinte Drew bitter.</p>
<p>„Verst&#228;ndlich.“ Was sollte ich sonst dazu sagen? Er tat mir von Herzen leid.</p>
<p>„Es ist einfach unfair. Na ja, die Situation ist nicht mehr zu &#228;ndern. Paul und ich haben uns seit diesem tragischen Unfall sehr ver&#228;ndert. Ich denke, er gibt mir die Schuld an dem ganzen Dilemma, weil ich es war, der meine Eltern dazu brachte, sich mal freizumachen von ihrem Stress.“</p>
<p>„Deswegen hast du doch keine Schuld am Unfall!“, erwiderte ich best&#252;rzt.</p>
<p>„Ich f&#252;hle mich aber schuldig deswegen.“ Drew seufzte. „Wir waren halbe Kinder, was h&#228;tten wir tun k&#246;nnen? Und dennoch&#8230;“ Nach einer kurzen Pause fuhr er fort:</p>
<p>„Aber eines Tages werde ich das hier wieder aufmachen, werde es nach meinen Eltern benennen – und ihr Werk fortsetzen.“</p>
<p>„Das finde ich sehr anst&#228;ndig von dir.“</p>
<p>„Aber auch egoistisch“, meinte Drew l&#228;chelnd, „ich sehne mich nach Ruhe, irgendwann muss die Sache auch mal vergessen sein, muss es weitergehen.“</p>
<p>„Du solltest das wirklich machen“, versuchte ich ihn zu ermuntern, „ich denke, es ist ein gute Idee.“</p>
<p>„Wirklich?“ Drew schien &#252;berrascht. „Du bist der erste, der an mein Vorhaben glaubt. Sehr nett von dir, danke.“</p>
<p>„Machst du dich gerade &#252;ber mich lustig?“ Es erschien mir merkw&#252;rdig, dass Drew so reagierte.</p>
<p>„Nein, das ist mein voller Ernst!“ Fast klang das ein wenig beleidigt. „Mein ganzes Leben lang f&#252;hlte ich mich schon anders als andere und dachte, ich sei ein schlechter Mensch. Wenn ich mit dir zusammen bin, ist es nicht so. Da kann ich mich so geben, wie ich bin. Das &#8230; tut mir richtig gut.“</p>
<p>Lange schauten wir uns in die Augen. Dann startete Drew den Motor des Gel&#228;ndewagens und wir fuhren heim. Keiner sagte mehr ein Wort.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gone, but not forgotten &#8211; Teil 3</title>
		<link>http://www.pitstories.de/2010/03/01/gone-but-not-forgotten-teil-3/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 23:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gone but not forgotten]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Lovestory]]></category>

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		<description><![CDATA[3. Kuss mit Folgen 
Drew
„Hier wohnst du, Drew?“
Marc betrachtete neugierig die Blockh&#252;tte aus Holz, die sich unauff&#228;llig in den Bergwald schmiegte. Mein eigenes Heim. Immerhin 70qm Wohnfl&#228;che verbargen sich hinter dem h&#246;lzernen Kleid. Der ganze Bau war eher pragmatischer Natur, robust, einfach, aber mit dem n&#246;tigen Komfort versehen, nat&#252;rlich auch mit Strom und flie&#223;endem Wasser.
„Ja, <a href="http://www.pitstories.de/2010/03/01/gone-but-not-forgotten-teil-3/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">3. Kuss mit Folgen </span></strong></p>
<p><strong><em>Drew</em></strong></p>
<p>„Hier wohnst du, Drew?“</p>
<p>Marc betrachtete neugierig die Blockh&#252;tte aus Holz, die sich unauff&#228;llig in den Bergwald schmiegte. Mein eigenes Heim. Immerhin 70qm Wohnfl&#228;che verbargen sich hinter dem h&#246;lzernen Kleid. Der ganze Bau war eher pragmatischer Natur, robust, einfach, aber mit dem n&#246;tigen Komfort versehen, nat&#252;rlich auch mit Strom und flie&#223;endem Wasser.</p>
<p>„Ja, komm rein.“ Ich schloss die T&#252;r auf und lud ihn mit einer Geste ein hereinzukommen. „F&#252;hl dich wie zu Hause.“</p>
<p>„Danke, Drew.“ Marcs L&#228;cheln war aufrichtig und herzlich.</p>
<p>„Magst du ein Bier?“</p>
<p>„Gern.“</p>
<p>Seinem Wunsch folgend besorgte ich aus der K&#252;che zwei Flaschen, &#246;ffnete sie und reichte eine davon Marc.</p>
<p>„Komm, ich zeige dir die Aussicht“, lud ich ihn ein.</p>
<p>Hinten am Wohnbereich schloss sich ein gro&#223;er Balkon an, der Berghang fiel in diese Richtung ab und erm&#246;glichte den Blick auf ein wundersch&#246;nes Panorama: die Berglandschaft, durchzogen von Wald und herrlichen T&#228;lern.</p>
<p>„Wow“, war das einzige, was Marc hervorbrachte.</p>
<p>„Im Winter ist es auch sehr sch&#246;n, alles eingeh&#252;llt in wei&#223;en Schnee und totale Stille.“</p>
<p>Pl&#246;tzlich fiel mir wieder der frisch gepflanzte Baum ein und ich musste herzlich lachen.</p>
<p>„Marc, also G&#228;rtner oder etwas in der Art bist du sicher nicht von Beruf, wenn ich mir anschaue, wie du den Baum eingesetzt hast. Bestimmt bist du so was wie Buchhalter oder dergleichen.“</p>
<p>„Buchhalter? Na danke.“ Marc schien wenig begeistert.</p>
<p>„Na ja, du hast auch die H&#228;nde danach.“</p>
<p>„H&#228;nde danach?“, wiederholte er.</p>
<p>„Ja, schau sie dir an, sie sind weich, du hast sicher kaum bisher k&#246;rperlich gearbeitet.“ Ich nahm seine H&#228;nde in meine und fuhr dar&#252;ber. „Vergleich mal, wie sich meine anf&#252;hlen, eher rau und mit Schwielen.“</p>
<p>Die Ber&#252;hrung erregte mich zugegebenerma&#223;en und unsere Blicke trafen sich in v&#246;lliger Harmonie.</p>
<p>Es klopfte an der Haust&#252;r. Beide zuckten wir zusammen und hastig zog Marc seine Hand zur&#252;ck. Ich lief nach vorn, um zu &#246;ffnen. Paul stand drau&#223;en.</p>
<p>„Hier sind die Sachen von Marc. Nancy hat sie gewaschen.“</p>
<p>Marc war hinter mich getreten und nahm sie dankbar entgegen: „Das w&#228;re wirklich nicht n&#246;tig gewesen.“</p>
<p>„Ist Drew ein guter Gastgeber?“, fragte Paul in lockerem Plauderton.</p>
<p>„Ja, doch, wirklich“, beteuerte Marc hastig, „und er hat mir etwas die Umgebung gezeigt.“</p>
<p>„Na sch&#246;n&#8230;“</p>
<p>Spannung lag in der Luft, Marc und ich warfen uns fragende Blicke zu.</p>
<p>„Magst du auch ein Bier, Paul?“ Mein Bruder sp&#252;rte sicher, dass ich die Frage nur der H&#246;flichkeit halber gestellt hatte. Offen gesagt, ich w&#252;nschte, er w&#252;rde verschwinden.</p>
<p>„Nein, Nancy wartet. – Komm morgen p&#252;nktlich, Drew, der Kanal muss gereinigt werden.“</p>
<p>„Okay, ich werde rechtzeitig da sein.“</p>
<p>„Sch&#246;nen Abend noch“, und schon war Paul wieder verschwunden.</p>
<p>***</p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>„Du kannst hier unten das Schlafzimmer haben. Komm, ich zeig es dir“, bot Drew mir an, „und das Bad ist gleich nebenan.“</p>
<p>Er ging voraus, ich nahm meine Tasche und folgte ihm. Der ungef&#228;hr 15qm gro&#223;e Raum gefiel mir sofort. Ein weicher Teppich &#252;berdeckte einen Gro&#223;teil des Holzbodens, das Bett war sicher 1,40m breit und dann gab es noch einen vierfl&#252;geligen Schrank, einen Tisch mit zwei St&#252;hlen und eine antike Truhe unter dem Fenster.</p>
<p>Drew lie&#223; mich allein. Nun verr&#228;umte ich erst einmal meine wenigen Besitzt&#252;mer und brachte meinen Kulturbeutel ins Bad. Lange betrachtete ich mich im Spiegel. Wer war ich wirklich?</p>
<p>Dann zog ich mir Hemd und Krawatte an. Pauls Frau hatte die Sachen netterweise f&#252;r mich hergerichtet, ich hatte sie am Tag des Unfalls getragen. Wie automatisch gl&#228;ttete ich meine Haare, die ich bisher strubbelig getragen hatte, und k&#228;mmte sie zu einem Seitenscheitel. Erneut musterte ich einige Zeit schweigend mein Spiegelbild.</p>
<p>Nein, damit konnte ich nichts anfangen, verwuschelte meine Haare wie zuvor und zog mich aus, um eine Dusche zu nehmen.</p>
<p><strong><em>Drew</em></strong></p>
<p>Gerade legte ich in der oberen Etage – dort befand sich mein Schlafraum – meine Kleidung f&#252;r den morgigen Tag zurecht, da stand pl&#246;tzlich Marc vor mir, nur mit einem Handtuch um die H&#252;ften.</p>
<p>Der Anblick lie&#223; mich ins Schwitzen kommen, denn Marc machte eine ausgezeichnete Figur, seine Muskeln traten wohl definiert hervor und kein Gramm Fett war zuviel an ihm. Zu gern h&#228;tte ich seine nackte Haut liebkost und gestreichelt. Schon versank ich in einem Tagtraum, da unterbrach mich mein Gast:</p>
<p>„&#196;hm, entschuldige, ich habe keinen Schlafanzug, das haben wir wohl vergessen. Hier ist es vielleicht schon etwas k&#252;hl, um ohne zu schlafen, k&#246;nntest du mir aushelfen?“</p>
<p>„Klar“, beeilte ich mich zu sagen und err&#246;tete leicht, da ich ihn derma&#223;en gemustert und angestarrt hatte.</p>
<p>Hastig w&#252;hlte ich in meinen Sachen und &#252;bergab ihm einen dunkelblauen Pyjama.</p>
<p>„Danke“, Marc l&#228;chelte mich an und wir schauten uns einen Moment l&#228;nger in die Augen als es notwendig gewesen w&#228;re. Dann verlie&#223; er mit einem „Gute Nacht, Drew“ den Raum.</p>
<p>Traurig und verwirrt setzte ich mich aufs Bett und vergrub den Kopf in den H&#228;nden. L&#228;ngst hatte ich begonnen, mich in Marc zu verlieben. Wo w&#252;rde das enden? Was empfand er f&#252;r mich? War er schwul? War das nicht zu sch&#246;n um wahr zu sein? Lange gr&#252;belte ich vor mich, bevor ich mich ins Bett legte. Schlafen konnte ich jedoch nicht. Schlie&#223;lich stand ich noch einmal auf und setzte mich mit einem Buch und drei oder vier Flaschen Bier unten ins Wohnzimmer.</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>Es regnete in Str&#246;men, der Himmel grau verhangen. Ich sa&#223; am Steuer meines Volvo Kombi und jagte den Wagen den engen Weg entlang. Pl&#246;tzlich stand der Wagen und ich krampfte meine H&#228;nde um das Lenkrad. Verzweiflung &#252;bermannte mich. Mit weichen Knien stand ich dann auf dem Felsen&#8230;</p>
<p>Schwei&#223;gebadet erwachte ich wie schon so oft aus einem Albtraum. In diesem Moment hielt ich es im Bett nicht aus und wollte nur weg hier. So stand ich auf und verlie&#223; das Zimmer. Ich bemerkte, dass die T&#252;r zum Wohnraum ein St&#252;ck weit offen stand und dort Licht brannte.</p>
<p>Z&#246;gerlich steckte ich meinen Kopf zur T&#252;r hinein. Drew sa&#223; dort. Als er mich bemerkte, trat ein besorgter Ausdruck auf sein Gesicht:</p>
<p>„Ist alles okay?“</p>
<p>„Ich hab mal wieder schlecht getr&#228;umt“, seufzte ich.</p>
<p>„Kann ich irgendetwas f&#252;r dich tun?“</p>
<p>„Nein, danke, mir geht’s gut“, erwiderte ich knapp.</p>
<p>Spontan setzte ich mich zu Drew und nahm ihn in den Arm. Das Gef&#252;hl, nichts zu wissen von meinem Leben als bloss den Vornamen, und dann diese bedr&#252;ckenden Alptr&#228;ume, all das zerm&#252;rbte mich und ich f&#252;hlte mich einsam und allein. Die N&#228;he dieses Mannes tat mir gut und ich f&#252;hlte mich ein wenig geborgen.</p>
<p>Drew erwiderte die Umarmung sehr innig und fl&#252;sterte mir ins Ohr: „Wenn du reden willst, ich bin f&#252;r dich da.“</p>
<p>Es gelang mir nur sehr schwer, Ordnung in dieses Gef&#252;hlschaos zu bringen.</p>
<p>„Wei&#223;t du, meine ganze Existenz besteht aus dem Namen Marc, alles, was ich sonst habe, sind ein paar Gef&#252;hle aus diesen Tr&#228;umen, mich &#228;ngstigt das, denn &#8230; es scheint mir, als w&#228;re mein Leben so &#8230; vorhersehbar gewesen, geplant, ich kann es nicht besser beschreiben. Mich &#252;berkommt dann eine g&#228;hnende Leere und extreme M&#252;digkeit, als ob ich mich gar nicht erinnern WILL.“</p>
<p>„Wer sagt denn, dass du dich erinnern MUSST?“, fragte Drew vorsichtig. „Die Vergangenheit ist eh gelaufen.“</p>
<p>„Du findest sie unwichtig?“ Ich war erstaunt.</p>
<p>„Mann kann es nicht mehr &#228;ndern, nicht einmal wenn du wolltest“, lie&#223; Drew geheimnisvoll verlauten.</p>
<p>„Ich wei&#223; aber nicht mal wer ich bin, was f&#252;r ein Mensch ich bin.“</p>
<p>„Das einzige, was z&#228;hlt, ist, wer du jetzt bist.“</p>
<p>„Du kennst mich doch gar nicht, Drew.“</p>
<p>„Doch, ich kenne dich genug.“</p>
<p>Schweigen.</p>
<p>„Ich m&#246;chte dir f&#252;r alles danken, was du f&#252;r mich getan hast und tust.“</p>
<p>„Ach, Marc, mach dir keine Gedanken dar&#252;ber.“</p>
<p>Wir schauten uns an, und dann k&#252;sste mich Drew sehr z&#228;rtlich auf den Mund. Ja, ich erwiderte den Kuss, und doch kam eine unglaubliche Panik in mir hoch, ich sprang auf und fl&#252;chtete zur&#252;ck in mein Zimmer.</p>
<p>Drew lie&#223; ich traurig zur&#252;ck, er wirkte best&#252;rzt und ersch&#252;ttert.</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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		<title>Der Stoff aus dem Leben gemacht ist &#8211; Teil 8</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 07:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>magru</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Stoff, aus dem Leben gemacht ist]]></category>
		<category><![CDATA[Coming Out]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Geschichte und die darin handelnden Personen sind ein Produkt meiner Phantasie, wobei nicht auszuschlie&#223;en ist, dass &#228;hnliche als die darin beschriebenen Handlungen bereits passiert sind, oder sich k&#252;nftig so zutragen werden. Eine Haftung daf&#252;r &#252;bernehme ich nicht.
28. August 2030, Mittwoch, Bilbao
Mit zittrigen H&#228;nden das A4-Blatt in der Hand haltend, bin ich wie gel&#228;hmt. Fabio <a href="http://www.pitstories.de/2010/02/28/der-stoff-aus-dem-leben-gemacht-ist-teil-8/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Geschichte und die darin handelnden Personen sind ein Produkt meiner Phantasie, wobei nicht auszuschlie&#223;en ist, dass &#228;hnliche als die darin beschriebenen Handlungen bereits passiert sind, oder sich k&#252;nftig so zutragen werden. Eine Haftung daf&#252;r &#252;bernehme ich nicht.</em></p>
<p><strong>28. August 2030, Mittwoch, Bilbao</strong></p>
<p>Mit zittrigen H&#228;nden das A4-Blatt in der Hand haltend, bin ich wie gel&#228;hmt. Fabio hat mehrfach nach mir gefragt und war hier, nur ich nicht. Und statt f&#252;r ihn da zu sein, habe ich es mir gut gehen lassen!</p>
<p>„Hallo, sie sehen so blas aus. Geht es ihnen nicht gut, soll ich ihnen vielleicht ein Glas Wasser bringen?“, meint der Hotelportier zu mir.</p>
<p>„Ja, ein Schluck Wasser w&#228;re nicht schlecht.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>*-*-*</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Vielen Dank. Ich muss mich jetzt aber beeilen. Mein Freund braucht dringend Hilfe.“</p>
<p>„Liebe und Freundschaft muss man sich immer wieder aufs Neue verdienen. Viel Gl&#252;ck dabei, junger Mann!“</p>
<p>Mehrere Stufen der Treppe auf einmal nehmend, schon bin ich in mein kleines Zimmer gest&#252;rmt und durchw&#252;hle Fabios Gep&#228;ck.</p>
<p>Schnell in Fabios Portmonee und Brieftasche das Geld aus dem geschenkten Briefumschlag meiner Eltern f&#252;r Fabio und denen von Jorge verteilt, mit den etwa 3000 Euro soll er wohl auskommen. In einer Plastikt&#252;te verstaue ich zus&#228;tzlich etwas W&#228;sche zum Wechseln f&#252;r ihn, alles zusammen im Rucksack.</p>
<p>Im Sauseschritt geht es Richtung Bar gleich in Hoteln&#228;he, um f&#252;r Fabio eine Pizza zum Mitnehmen und eine gro&#223;e Flasche Mineralwasser zu kaufen.</p>
<p>Die Zubereitung im Steinofen will und will nicht fertig werden. Meine Bemerkung, dass ich es sehr eilig habe, wird mit der Bemerkung quittiert, ich bef&#228;nde mich nun mal in einer Qualit&#228;tsbar.</p>
<p>Schmeckt immer echt lecker hier und eigentlich w&#252;rde ich auch ein Teil f&#252;r mich kaufen wollen, heute aber gerne mit etwas weniger Qualit&#228;t, daf&#252;r schneller.</p>
<p>Gerade, als ich dabei bin, mich aufs Fahrrad zu schwingen, klingelt mein Handy.</p>
<p>„Eine Warnung: Halten Sie sich von ihrem Freund fern. Ich wiederhole: Halten sie sich von ihrem Freund fern. Wir m&#246;chten nicht, dass ihnen was passiert. Verstanden?“, ert&#246;nt es aus dem H&#246;rer, gesprochen von einer unbekannten m&#228;nnlichen Stimme. H&#246;rt sich wie eine vom Computer generierte Stimme an. Nummernanzeige Fehlanzeige. Sehr merkw&#252;rdig und beunruhigend.</p>
<p>Aus der T&#252;te aber steigt der Pizzageruch und Fabio hat bestimmt gro&#223;en Hunger, ben&#246;tigt dringend meine Hilfe &#8211; mehrere starke Gr&#252;nde, die mysteri&#246;se Warnung zu &#252;bergehen.</p>
<p>Den allerschnellsten Sprint meines Lebens hinlegend, entscheide ich mich f&#252;r den k&#252;rzesten und schnellsten Weg. Nur ein kleines St&#252;ck den Fluss entlang, danach den &#252;berdachten Weg &#252;ber die Euskalduna-Br&#252;cke durchquerend, kann ich auf der anderen Seite bereits die hohen B&#252;sche am Rande des Parque Iturizza sehen. Ein Weg in den Park hinein ist schnell gefunden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>*-*-*</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Ich stehe direkt vor der Umrandung der Engelsfigur und habe gute Sicht auf den Hauptweg mit den vereinzelten B&#228;nken &#8211; nur Fabio kann ich nirgends erkennen!</p>
<p>Wie immer einige Obdachlose, die schlafend auf dem Rasen herumliegen und junge Muttis mit Babywagen, die sich laut lachend &#252;ber ihre Spr&#246;sslinge unterhalten. Ich bin der einigste Junge weit und breit.</p>
<p>Mein Fahrrad dem Engel anvertrauend, laufe ich nun kreuz und quer &#252;ber die Wiesen und Wege, immer mehr in Panik verfallend und der Gewissheit, Fabio schon wieder verpasst zu haben. Immerhin war sein Brief schon vom Vorabend&#8230;</p>
<p>Mich langsam den einzigen m&#228;nnlichen Personen n&#228;hernd, die au&#223;er mir auf dieser Parkseite anwesend sind, den Obdachlosen, werde ich vom Anblick einer Gestalt magisch angezogen, die sich durch einen dunklen Kapuzenpulli gut vor dem Tageslicht gesch&#252;tzt hat und inmitten der Leute liegt.</p>
<p>Nackte, hellh&#228;utige Beine, die aus einer kurzen Hose herausragen, die Sandalen abgestreift, liegt dort jemand schlafend auf dem Bauch, die verschr&#228;nkten Arme unter das Gesicht geschoben.</p>
<p>Als ich soweit rangekommen bin, dass ich den vom Pulli nicht bedeckten einzigartigen Hintern genau erkennen kann, jauchst und jubelt es in laut mir: Fabio!</p>
<p>Um ihn nicht zu erschrecken, sch&#252;ttele ich nur leicht seine Schulter und rufe deutlich seinen Namen, was bei ihm erst recht ein Erschrecken ausl&#246;st, gefolgt jedoch von einem freudigen Erkennen.</p>
<p>Schnell habe ich mich hingehockt, um ihn endlich wieder begr&#252;&#223;en und umarmen zu k&#246;nnen -ich will wenigstens einen Kuss von ihm erhaschen- aber er schaut nur sehr &#228;ngstlich in die Gegend herum und h&#228;lt die mich sehr st&#246;rende Kapuze mit beiden H&#228;nden fest.</p>
<p>„Nein, Manu, das geht nicht, bitte nicht hier.</p>
<p>Was habe ich dich schon vermisst, alles h&#228;tte f&#252;r uns so sch&#246;n werden k&#246;nnen, aber&#8230;</p>
<p>Sag mal, wie hast du mich &#252;berhaupt gefunden?“</p>
<p>Ist Fabio vielleicht krank und hat Fieber, dass er wirres Zeug redet, aber seine Stirn f&#252;hlt sich, au&#223;er der immer noch ziemlich dicken Beule, ziemlich gesund an. Vielleicht eine Restwirkung von Jorges Steinwurf.</p>
<p>„Nun, du hast mir doch diesen Brief geschrieben, hast du das bereits vergessen?“ Das gute St&#252;ck aus meiner Hosentasche hervorziehend, wedele ich damit triumphierend vor seinen Augen rum.</p>
<p>„Was f&#252;r einen Brief, zeig mal: Das ist nicht meine Schrift!</p>
<p>Manuel, man hat dich nur benutzt, um mich zu finden, mich zu erkennen. Das ist eine ganz b&#246;se Falle! Wir m&#252;ssen weg, sonst sind wir gleich tot! Schau dich mal kurz unauff&#228;llig um&#8230;</p>
<p>Los, lauf jetzt so schnell du irgend kannst, auf mein Kommando in Richtung der B&#252;sche. Jetzt!“</p>
<p>Ja, ich habe unauff&#228;llig geschaut und mehrere junge M&#228;nner gesehen, deren Gestalt und Gesichter mir soviel Angst einfl&#246;&#223;en, dass ich mit Fabio gleich auf bin und nach wenigen Metern inmitten des Geb&#252;schs verschwunden bin.</p>
<p>„Fabio, mein Rucksack klemmt zwischen den &#196;sten, hilf mir mal schnell.“</p>
<p>„Lass den h&#228;ngen, streif ihn einfach ab, sonst erwischen die uns noch.“ Aber das viele Geld&#8230;</p>
<p>Schon knacken hinter uns die &#196;ste bedrohlich nahe. Mit gro&#223;er Anstrengung arbeiten wir uns erfolgreich durch den eng stehenden Bewuchs, nicht auf die stinkenden Tretminen achtend, die die Obdachlosen abgelegt haben, hinter uns dagegen flucht es f&#252;rchterlich.</p>
<p>Am Stra&#223;enrand steht ein Auto abfahrbereit, aus dem uns jemand winkend zur Eile und zum Einsteigen auffordert. Wir haben jetzt keine Wahl und keine Zeit zum langen &#220;berlegen, die Verfolger sind nur noch wenige Meter entfernt. Hinten hinein und schnell die T&#252;r zugeschlagen, gibt der Fahrer bereits z&#252;gig Gas.</p>
<p>Vorn sitzen zwei M&#228;nner um die Vierzig, wie ich gerade erkennen kann, als ein Handy klingelt.</p>
<p>„Na, ich h&#246;re gerade, ihr habt euer Gep&#228;ck vergessen, einschlie&#223;lich einer leckeren Pizza und mehreren Tausend Euro. Ich soll euch daf&#252;r Danke sagen, ihr bl&#246;den militanten Umweltsch&#252;tzer!</p>
<p>Ihr seid so etwas von doof, dass ihr schon auf die d&#252;mmsten Tricks meiner missratenen S&#246;hne hereinfallt. Und von Handyortung sollte ein Informatikstudent schon mal was geh&#246;rt haben, nicht, Manuel? Nun wissen wir wenigstens genau, wo und mit welchen Perverslinge ihr euch in der Freizeit so herum treibt&#8230;</p>
<p>Fast nackt unterm Apfelbaum im Garten Eden wie in der Sch&#246;pfungsgeschichte, nur das mit dem Geschlecht habt ihr wohl verwechselt.</p>
<p>Eigentlich seht ihr ja ganz normal aus, trotzdem fehlt euch was Entscheidendes.</p>
<p>Willkommen im wahren Leben, ihr Dummk&#246;pfe!</p>
<p>Aber bevor wir euch betont langsam umlegen, rei&#223;en wir euch ganz gen&#252;sslich die Eier ab.</p>
<p>Mal sehen, was uns dazu noch alles einf&#228;llt, das wird heute ein sehr lustiger Tag!</p>
<p>Reicht mir doch mal die Arme r&#252;ber.</p>
<p>Nein, ihr Dummk&#246;pfe, nicht beide! Fabio, du den rechten, Manuel, den linken Arm.</p>
<p>Gegen die Handschelle und das aneinander gekettet Sein habt ihr sicherlich nichts, ihr seid ja auch sonst sehr intim und nicht sehr w&#228;hlerisch, wo ihr euren Schwanz reinsteckt.</p>
<p>Aber vorher d&#252;rft ihr ruhig noch etwas schlafen, bekommt daf&#252;r eine kleine Spritze in den Arm, wirklich nur rein sicherheitshalber f&#252;r euch und vollkommen unsch&#228;dlich.</p>
<p>Nun schlaft gut, bis nachher, Jungens&#8230;“</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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		<title>Herzlichen Gl&#252;ckwunsch!</title>
		<link>http://www.pitstories.de/2010/02/27/herzlichen-glueckwunsch-30/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 23:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pit</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unsere Gr&#252;&#223;e gehen dieses Mal in den Schwarzwald. Dir liebe Mutsch ein sch&#246;nes Geburtstagsfest mit deinen Kindern. Pitstories w&#252;nsch dir alles Liebe und Gute zu deinem Ehrentag.
LG Pit
Copyright (c) 2006-2009 by pitstories.de - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses <a href="http://www.pitstories.de/2010/02/27/herzlichen-glueckwunsch-30/">[...]</a>]]></description>
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<p>LG Pit</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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		<title>Der Stoff aus dem Leben gemacht ist &#8211; Teil 7</title>
		<link>http://www.pitstories.de/2010/02/25/der-stoff-aus-dem-leben-gemacht-ist-teil-7/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 06:33:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>magru</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Stoff, aus dem Leben gemacht ist]]></category>
		<category><![CDATA[Coming Out]]></category>
		<category><![CDATA[Lovestory]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Geschichte und die darin handelnden Personen sind ein Produkt meiner Phantasie, wobei nicht auszuschlie&#223;en ist, dass &#228;hnliche als die darin beschriebenen Handlungen bereits passiert sind, oder sich k&#252;nftig so zutragen werden. Eine Haftung daf&#252;r &#252;bernehme ich nicht.
28. August 2030, Mittwoch, Bilbao
Man, ist mir schlecht und dringend pinkeln muss ich auch. Dass ich statt in <a href="http://www.pitstories.de/2010/02/25/der-stoff-aus-dem-leben-gemacht-ist-teil-7/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Geschichte und die darin handelnden Personen sind ein Produkt meiner Phantasie, wobei nicht auszuschlie&#223;en ist, dass &#228;hnliche als die darin beschriebenen Handlungen bereits passiert sind, oder sich k&#252;nftig so zutragen werden. Eine Haftung daf&#252;r &#252;bernehme ich nicht.</em></p>
<p><strong>28. August 2030, Mittwoch, Bilbao</strong></p>
<p>Man, ist mir schlecht und dringend pinkeln muss ich auch. Dass ich statt in meinem Bett neben Nico auf der Matratze liege, wie ich im morgendlichen D&#228;mmerlicht schon beim Erwachen mit einiger M&#252;he erkannt habe, ist momentan unerheblich und nicht mal unangenehm.</p>
<p>Denn normalerweise werde ich um diese Zeit bereits vom dr&#246;hnenden Stra&#223;enverkehr regelrecht genervt, aber hier ist au&#223;er den ruhigen Atemger&#228;uschen der anderen Bewohner und dem leichten Vogelgezwitscher, welches durch das weit offen stehende Fenster vom Garten hereindringt, nichts weiter zu h&#246;ren, was ich wirklich als sehr wohltuend empfinde. Auch das Liegen auf der blo&#223;en Matratze erweist sich eher als erholsam statt unkomfortabel.</p>
<p>Keine Ahnung, wann ich mich hingepackt habe, wie ich hier &#252;berhaupt hochgekommen bin, aber dass ich es mitten in der Nacht noch ins Hotel geschafft h&#228;tte, w&#228;re bei meiner M&#252;digkeit und dem reichlichen Alkoholpegel eher unwahrscheinlich gewesen. Sicher w&#228;re ich geradewegs mitten durch den Fluss marschiert und h&#228;tte das Wasser, welches mir reichlich in den Hals hinein gelaufen w&#228;re, mit Rotwein verwechselt&#8230;</p>
<p>Dann werde ich mal versuchen, den Leuten nicht irgendwo hin zu treten und sie nicht aufzuwecken, was aber in der Enge der umher liegenden schlafenden K&#246;rper f&#252;r mich als Gast eher schwierig ist. Jetzt nur schnellstens die Treppe hinunter, ohne Krach zu machen.</p>
<p>*-*-*</p>
<p>Hier drau&#223;en schon so fr&#252;h am Morgen auf den Eingangsstufen zu sitzen, ist wirklich herrlich. Im Zimmer ist es trotz offenen Fensters sehr hei&#223;, was bei der Augusthitze unterm Pappdach auch nicht verwunderlich ist, w&#228;hrend es hier angenehm frisch ist.</p>
<p>Wie sp&#228;t ist es eigentlich? Jedenfalls sind die Fenster der Mietsh&#228;user, die den gro&#223;en, als Gartenlandschaft gestalteten Innenhof umgeben, zumeist noch unbeleuchtet und auf der oberen Etage ist es still.</p>
<p>Die Leute gestern Abend kennenzulernen, war f&#252;r mich echt ein Gewinn. Gut zu wissen, dass es noch echte Leistungstr&#228;ger mit Anstand, Ehre und viel Geld gibt, die anstatt dieses zu verzocken, es viel lieber in die Ausbildung der Jugend und in Kultur investieren, und zwar vorzugsweise in solche jungen Menschen, die zwar die allerbesten F&#228;higkeiten f&#252;r ein Studium vorweisen k&#246;nnen, aber aus Geldmangel und wegen ihres eher problematischen Elternhauses bisher nicht mal davon zu tr&#228;umen wagten!</p>
<p>Und ich? Was die Leute von der Musikschule wohl zu Dienstbeginn sagen werden, wenn sie erfahren, dass gewisse Sponsoren es ausdr&#252;cklich erw&#252;nschen, dass ich als hauptamtlicher Mitarbeiter in der Musikschule f&#252;r den Bereich des Tonstudios eingestellt werde, als zuk&#252;nftiger Toningenieur! R&#252;ckwirkende Bezahlung vom Ersten des laufenden Monats an und monatliches Gehalt, inklusive.</p>
<p>Allerdings mit der Auflage, mich weiterhin um meine Qualifizierung erfolgreich zu bem&#252;hen, einschlie&#223;lich eines l&#228;ngeren Praktikums beim hiesigen staatlichen Rundfunksender. Wird wohl auf ein l&#228;ngeres Fernstudium hinauslaufen.</p>
<p>Mein Handy hat nun bestimmt ebenso viele Rufnummern gespeichert wie Fabio seins, und ich habe die Chance, falls ich die mir auferlegte Bew&#228;hrungsprobe im Tonstudio bestehe, sp&#228;ter mal diesem Netzwerk von wirklich wichtigen Leuten im Ort anzugeh&#246;ren.</p>
<p>Wenn ich das meinem Vater erz&#228;hle&#8230; Aber den rufe ich momentan lieber gar nicht erst an, denn wenn der das mit Fabio erf&#228;hrt, wird er sich nur extrem aufregen, so wie ich den kenne&#8230;</p>
<p>Gro&#223;e Pl&#228;ne bed&#252;rfen eines ausgeruhten K&#246;rpers. Ich lege mich lieber noch ein wenig hin.</p>
<p>*-*-*</p>
<p>„Manuel. Manu, ahhh.“ Da st&#246;rt mich einer im Schlaf. Kerl, zuck hier nicht rum und schlafe noch ’ne Runde, ich bin von morgendlicher Gespr&#228;chsbereitschaft weit entfernt.</p>
<p>„Oh, Manuel&#8230;“</p>
<p>Nico redet mit mir. „Ja, Nico, was ist los?“</p>
<p>Keine Antwort, aber sein Seufzen und Atemtempo nimmt zu.</p>
<p>Jetzt bekomme ich es mit, der tr&#228;umt &#8211; von mir! &#8230; Schade, dass ich seine Gedanken nicht lesen kann, denn ich w&#252;sste nur zu gern, auf welche Weise er es gerade mit mir treibt. Ist der etwa wirklich in mich verknallt oder einfach nur geil.</p>
<p>Noch ein ganz tiefer Seufzer, dann wird sein Atmen merklich ruhiger.</p>
<p>„&#196;h, Mist, Schei&#223;e.“ Irgendetwas scheint ihn nun zu st&#246;ren. Sich vorsichtig aufrichtend, schl&#228;ngelt er sich zwischen den herumliegenden „schlafenden“ Leibern durch. Die Treppe danach leise runter tapsend, kann man leises Pl&#228;tschern im Bad vernehmen.</p>
<p>„Typisch Nico“, t&#246;nt es aus der Ecke, „der ist so etwas von notgeil. Wer den mal abbekommt, wird sich dran gew&#246;hnen m&#252;ssen, dass Nico den lieben langen Tag nur v&#246;geln will.</p>
<p>Du bist Manuel, vermute ich mal. Wir haben uns bei dem Wuhling am Abend noch gar nicht kennenlernen k&#246;nnen. Ich habe nicht mal eine Ahnung, wie du &#252;berhaupt aussiehst.</p>
<p>Ich kann jetzt nicht mehr schlafen. Und du, kommst du mit nach unten?“</p>
<p>„Ja, Manuel ist ok. Und wer bist du eigentlich, ich konnte mir so schnell die ganzen Leute und deren Namen nicht merken. Moment, h&#246;re dir gleich wieder zu, ich muss nur schnell noch pinkeln.“</p>
<p align="center">- &#8211; -</p>
<p>Wo steckt der Kerl, wo bedeutet bei ihm unten? Vor der T&#252;r ist er jedenfalls nicht.</p>
<p>„Manuel, ich sitze auf der Parkbank unterm Apfelbaum. Komm schon her.“</p>
<p>„Guten Morgen, erstmal. Also ich bin Manuel, und du?“</p>
<p>„Krzysztof Cugowski, vorn Krzysztof, hinten Cugowski, ist doch ganz einfach.“</p>
<p>„Was, wie hei&#223;t du? Kannst du das noch mal wiederholen.“</p>
<p>„Ach, Manu, mit seinem Namen versucht er doch alle nur zu &#228;rgern. Mache keine Ausnahme und nenne ihn einfach Chris, wie wir alle hier. Setz dich zu uns.“ Nico ist gekommen.</p>
<p>Setzen will ich mich noch nicht, denn diesen Chris m&#246;chte ich mir vorher genau ansehen und beschnuppern. Einen ziemlich festen H&#228;ndedruck hat er.</p>
<p>Ich sehe schon, das ist ein ganz anderer Typ: Etwa meine Gr&#246;&#223;e, vollkommen unschlank, mit gut gepolsterten K&#246;rper und kleinem Bauchansatz und etwas vorstehenden Nabel. Und schulterlanges, braunes Haare mit Mittelscheitel hat er, das ein ovales Gesicht mit weichen runden Formen umrahmt.</p>
<p>Hell-graue wache Augen, eine niedliche Nase und ein sch&#246;n geformter Mund mit vollen Lippen zeichnen ihn aus. Und schw&#228;chlich scheint er auch nicht gerade zu sein.</p>
<p>Typ Wonneproppen und mit sich und der Welt vollkommen im Reinen. ‚Dass Lust schon vollkommen sein kann, wenn man etwas Sch&#246;nes erblickt, und das ganz ohne Sex‘, dieses Zitat f&#228;llt mir gerade ein und das passt perfekt.</p>
<p>W&#228;hrend ich im Bestaunen der &#252;ppig ausfallenden Sch&#246;nheit meiner neuen Bekanntschaft vertieft bin, f&#228;llt mir pl&#246;tzlich ein gro&#223;er Apfel direkt vor die F&#252;&#223;e, dabei dicht an meiner Nase vorbei rauschend. Der sieht richtig lecker aus, denke ich, aber als ich ihn aufhebe und schon reinbei&#223;en will, bemerke ich auf der zu mir gerichteten Seite ein Wurmloch. Auf der anderen Seite dagegen wirkt er sehr appetitlich und zeigt eine kr&#228;ftige Rotf&#228;rbung.</p>
<p>Gern &#252;berlasse ich den Apfel Nico, dessen gierigen Blick aufs Rot von mir nicht unbemerkt bleibt. Ich ziehe es vor, mich neben Chris zu setzen.</p>
<p>„&#220;brigens, Manuel, was hast du &#252;ber Nacht nur f&#252;r einen Schei&#223; getr&#228;umt. Von wegen: ‚Fabio, liebst du mich noch‘ und ‚bin ich dir &#252;berhaupt gut genug.‘</p>
<p>Man, mache dich nur nicht verr&#252;ckt, wenn der &#252;berhaupt einen liebt, dann nur dich!“</p>
<p>Ich was getr&#228;umt, kann mich gar nicht daran erinnern, „Ja, Nico, wer von uns wohl  getr&#228;umt hat&#8230;“</p>
<p>Chris steigt mit ein. Unsere gemeinsame Betrachtung ist auf die Vorderseite von Nicos hellgrauer Unterhose gerichtet. Der Ort ist gut markiert.</p>
<p>„Oh, mein lieber Nico, was ist denn das da unten, was kann das nur sein&#8230;“, spottet Chris.</p>
<p>„Ach, h&#246;rt schon auf. Das kann in unserem Alter schon mal passieren, ist doch vollkommen normal. Noch dazu, wenn &#252;berall im Zimmer solche superh&#252;bschen Jungs neben einen auf der Matte liegen.“</p>
<p>„Hast recht, Nico, ist mir auch schon oft passiert.“</p>
<p>„Und mir auch.“</p>
<p>„Seht ihr. Sagt mal, wo ist denn eigentlich unser Mitbewohner Antonio abgeblieben?“, fragt Nico.</p>
<p>Wer soll denn das sein, wohnen hier etwa noch mehr Leute.</p>
<p>„Antonio hat am Abend gleich wieder Anschluss gefunden und ist am Ende der Party mit einem Typen weg. Mit dem von der Polizei“, entgegnet Chris.</p>
<p>„Ach, Manuel, den kennt du ja noch gar nicht. Antonio ist unser Beziehungsweltmeister. Redet wenig, handelt viel. Seine Liebschaften dauern f&#252;r gew&#246;hnlich nie lange, du wirst ihn darum schon bald wieder hier antreffen und kennenlernen k&#246;nnen.“</p>
<p>„Nico und Chris, ich habe ein gro&#223;es Anliegen. Schade, dass Antonio sich dazu nicht &#228;u&#223;ern kann, aber am Abend wurde schon mal kurz erw&#228;hnt, dass ich mich hier einquartieren k&#246;nnte.“</p>
<p>„Also, von mir aus sehr gerne. Du bist Fabios Freund und ein wirklich dufter Kumpel, da ist das doch naheliegend. Au&#223;erdem ist es hier ziemlich preiswert und zum ungest&#246;rten Lernen ist der gro&#223;e Garten wirklich ideal. Am besten, du gehst nachher gleich mal zum Vermieter r&#252;ber; nat&#252;rlich erst, wenn der aufgestanden ist.</p>
<p>Aber alles flie&#223;t und &#228;ndert sich fortlaufend. Ich muss mich wohl nach einem neuen Studienort umsehen, so wie es derzeit aussieht. Keine Ahnung, wie lange ich noch hier wohnen werde“, meint Nico ganz im Gedanken.</p>
<p>„Also ich finde dich sehr sympathisch und w&#252;rde mich sehr freuen, wenn du einziehen w&#252;rdest. Soviel schnuckelige Typen, wie wir dann sind, das ist ja wie bei Tausend und eine Nacht und ruft nach einer geilen Begr&#252;&#223;ungsparty!</p>
<p>Herzlich Willkommen im Club, sag ich nur.</p>
<p>Und bez&#252;glich meiner Zukunft gilt vom Prinzip das Gleiche wie bei Nico. Ich finde aber, dass es besser ist, erst mal nichts zu &#252;berst&#252;rzen und zu schauen, wie sich die Lage entwickelt.</p>
<p>Und was machst du jetzt ohne deine Uni, Manuel?“</p>
<p>„Ich arbeite schon seit dem 1. dieses Monats bei der Musikschule als Tontechniker, habe ich am Abend so nebenbei erfahren. Fest angestellt in einer Vollzeitstelle.“</p>
<p>„Hoch soll er leben, hoch soll er leben, drei mal hoch! Hoch soll er leben, hoch soll er leben, drei mal hoch! Hoch soll er leben, hoch soll er leben, drei mal hoch!“, singen meine beiden Mitbewohner im Chor.</p>
<p>„Verdammt, ihr Wichser! K&#246;nnt ihr nicht wenigstens bis zum Aufstehen noch etwas ruhig sein, ihr weckt noch meine Kinder auf!“, ruft jemand sehr &#228;rgerlich vom Wohnblock direkt gegen&#252;ber.</p>
<p>„Wir bitten vielmals um Entschuldigung, aber der Herr hier hat eine gut bezahlte Vollzeitstelle bekommen und uns das eben gerade mitgeteilt.“</p>
<p>„Was? &#8230; Wartet. Ich komme runter und bringe was zum Ansto&#223;en mit.“</p>
<p>Geht das nun schon wieder los&#8230;</p>
<p>*-*-*</p>
<p align="center">
<p>Nico und Chris sind bereits weg zum Jobben und auch der Mieter von Gegen&#252;ber ist stark schwankend in Richtung seiner Wohnung abgezogen.</p>
<p>Ich habe diesmal aufgepasst und immer nur am Glas genippt; ich muss ja nicht gleich am ersten Tag unangenehm auffallen&#8230;</p>
<p>Am Morgen steht erstmal mein Umzug an. So, Manu, das Fahrrad gesattelt und los geht’s, das wird ein ganz besonderer Tag!</p>
<p>Unterwegs kommt mir immer wieder der Spruch von diesem Mieter in den Sinn: ‚Wer am meisten liebt, ist der Unterlege und muss leiden. Siehe dich vor, Manuel.‘ Was soll das bedeuten&#8230; Komischer Typ.</p>
<p>*-*-*</p>
<p>„Einen wundersch&#246;nen guten Morgen!</p>
<p>Moment, ihren Zimmerschl&#252;ssel bekommen Sie sofort, aber da ist noch ein Zettel f&#252;r sie in ihrem Fach. Gestern Abend hat ein junger Mann mehrfach nach ihnen gefragt, aber sie waren wohl unterwegs.</p>
<p>Bittesch&#246;n, der Herr.“</p>
<p>Mit zittrigen H&#228;nden falte ich das A4-Blatt auseinander:</p>
<p><em>Lieber Manu, </em></p>
<p><em>ich hatte so sehr gehofft, Dich anzutreffen. Ich brauche dringend Deine Hilfe! </em></p>
<p><em>Du findest mich im Park Parque Ituriza in der N&#228;he der wei&#223;en Engelsfigur an dessen Westseite, Doña Casilda genannt. Dort werde ich Dir alles erkl&#228;ren. </em></p>
<p><em>Komme bitte alleine und erz&#228;hle keinem was! </em></p>
<p><em>Bitte bringe mein Geld und auch die Ausweispapiere mit. Und eine gro&#223;e Pizza w&#228;re auch sch&#246;n. </em></p>
<p><em>Ich vermisse dich so sehr! </em></p>
<p><em>In Liebe, Dein Fabio </em></p>
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		<title>Gone, but not forgotten &#8211; Teil 2</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 23:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Silas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gone but not forgotten]]></category>
		<category><![CDATA[Drama]]></category>
		<category><![CDATA[Lovestory]]></category>

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		<description><![CDATA[2. Ein Baum wird gepflanzt
Marc
„Tut mir leid, ich bin leider keine gro&#223;e Hilfe. Ich kann mich wirklich an nichts erinnern.“
Der zust&#228;ndige Polizist der Bergwacht versuchte mich zu tr&#246;sten:
„Wir suchen die Gegend ab nach Spuren und werden schon herausbekommen, wo Sie hingeh&#246;ren.“
Derweil stieg ich in die Jeans, die mir die Frau des Ordnungsh&#252;ters hingehalten hatte. Es <a href="http://www.pitstories.de/2010/02/25/gone-but-not-forgotten-teil-2/">[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">2. Ein Baum wird gepflanzt</span></strong></p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>„Tut mir leid, ich bin leider keine gro&#223;e Hilfe. Ich kann mich wirklich an nichts erinnern.“</p>
<p>Der zust&#228;ndige Polizist der Bergwacht versuchte mich zu tr&#246;sten:</p>
<p>„Wir suchen die Gegend ab nach Spuren und werden schon herausbekommen, wo Sie hingeh&#246;ren.“</p>
<p>Derweil stieg ich in die Jeans, die mir die Frau des Ordnungsh&#252;ters hingehalten hatte. Es beeindruckte mich, wie sehr man sich bem&#252;hte, mir zu helfen. Der Sack Kleidungsst&#252;cke, den sie f&#252;r mich mitgebracht hatte, stammte von einer karitativen Vereinigung der ortsans&#228;ssigen Kirche. Da ich keinerlei Papiere bei mir getragen und niemand mich als vermisst gemeldet hatte, befand ich mich in einer Art Vakuum. Ich hatte nichts und niemanden und erinnerte mich an keinerlei Dinge, die mir in der Amnesie weitergeholfen h&#228;tten.</p>
<p>„Die steht Ihnen aber gut“, strahlte sie mich an.</p>
<p>„Nancy, bitte, ich f&#252;hre hier eine Ermittlung durch, ja?“</p>
<p>„Lass mich doch, Paul, der arme junge Mann braucht saubere Kleider.“ Ihre Stimme klang ein wenig schrill.</p>
<p>„Da Sie sich nicht ausweisen k&#246;nnen, m&#252;ssen wir auf jede Information setzen, die Ihnen noch einf&#228;llt“, wandte sich der Polizist mir zu.</p>
<p>„Das einzige, was ich wei&#223;, ist, dass ich dem Mann der Bergwacht eine verpasst habe“, gab ich versch&#228;mt zu und senkte den Blick.</p>
<p>„Andrew?“</p>
<p>„Ja.“</p>
<p>„Daran erinnern Sie sich?“</p>
<p>„Nein, nicht direkt, wir haben dar&#252;ber gesprochen&#8230; K&#246;nnte man das als Straftat ansehen?“</p>
<p>„Machen Sie sich keine Gedanken, wahrscheinlich hat er es verdient.“</p>
<p>„Das sieht gut aus“, fiel Nancy ihrem Mann ins Wort, und schaute auf das T-Shirt, was ich inzwischen &#252;bergezogen hatte. „Probieren Sie es mal mit diesem Hemd hier, das steht Ihnen sicher ganz fabelhaft.“</p>
<p>„Schatz, lass ihn doch einfach selbst aussuchen, was ihm gef&#228;llt“, meinte der Polizist wohlwollend.</p>
<p>Nancy k&#252;mmerte sich gar nicht um den Einwand ihres Mannes, sondern griff nach meinen alten Kleidern: „Geben Sie nur, ich nehme Ihre Sachen mit und werde sie waschen.“</p>
<p>„Nein, das m&#252;ssen Sie wirklich nicht“, versuchte ich sie von ihrem Vorhaben abzubringen.</p>
<p>„&#220;berhaupt kein Problem, wir helfen gern.“ Nancy l&#228;chelte mich freundlich an.</p>
<p><strong><em>Drew</em></strong></p>
<p>„Fullhouse, schon wieder gewonnen! Du spielst nicht besonders gut &#8230; h&#228;ttest sicher schon Haus und Hof und Frau verspielt, wenn es wirklich um etwas ginge.“ Marc grinste mich frech an.</p>
<p>„Eine Frau habe ich eh nicht“, murmelte ich, konnte vermutlich das Traurige in meinem Blick nicht ganz verbergen, fand den Moment jedoch unpassend, mehr von mir zu erz&#228;hlen. So ermunterte ich lautstark mein Gegen&#252;ber: „Na los, weiter geht’s, ich will Revanche!“</p>
<p>„Tja, du solltest aufgeben, hast eben gegen mich sowieso keine Chance.“ Marcs L&#228;cheln war wirklich bezaubernd, ich w&#228;re gern darin versunken, jedoch scheute ich mich davor, denn ich wollte die Situation nicht ausnutzen. Marc wusste nicht einmal, wer oder was er war.</p>
<p>„Das macht sicher eine halbe Million. Wie viel verdienst du denn so?“, zwinkerte er mir zu.</p>
<p>„Also in bar kann ich es dir nicht geben, nimmst du auch einen Scheck? An welche Adresse geht er denn?“, fragte ich unschuldig.</p>
<p>„Haha, sehr witzig!” Beide mussten wir herzlich lachen.</p>
<p>„Echt nett, dass du zu mir kommst und mir hilfst, die Zeit zu vertreiben. Wei&#223;t du, Drew, ich erinnere mich an gar nichts mehr. Der einzige Ankn&#252;pfungspunkt bist du. Du bist im Moment meine einzige Vergangenheit, alles was ich von ihr noch habe, du hast mir das Leben gerettet. Irgendwie verbindet das sehr. Das kann man wohl nur dann verstehen, wenn man so etwas – wie ich jetzt – durchmacht.“</p>
<p>Er schaute nachdenklich aus dem Fenster. Einige Zeit verging, ehe er mir unverwandt in die Augen blickte:</p>
<p>„Das bedeutet mir sehr viel, ich kann auch nicht sagen, warum. Jedenfalls &#8230; danke!“</p>
<p>„Marc, ich habe mir Sorgen um dich gemacht&#8230;“ Viele der Worte, die mir bez&#252;glich der Umst&#228;nde seines Unfalls auf der Zunge lagen, schluckte ich hinunter, denn ich wollte sie keinesfalls aussprechen. „Schau, hier ist sowieso nicht viel los in der Gegend und es ist ganz sch&#246;n, Kontakt zu bekommen zu einem Mann in meinem Alter. Und ist doch klar, dass ich mal vorbeikomme. Ich an deiner Stelle w&#252;rde vor Langeweile eingehen und sp&#228;testens nach zwei Tagen die W&#228;nde hoch marschieren.“</p>
<p>„Ach, die Tage habe ich eh schon nicht mehr gez&#228;hlt“, meinte Marc mit einem Seufzen.</p>
<p>„Warum gehst du nicht mal ein wenig spazieren?“</p>
<p>„Nein, ich habe doch Amnesie, nachher finde ich nicht wieder zur&#252;ck.“ Wieder dieses umwerfende L&#228;cheln.</p>
<p>„Oh, daran habe ich gar nicht gedacht.“ Ich musste sein L&#228;cheln einfach erwidern.</p>
<p>***</p>
<p>„Du bist verr&#252;ckt“, meinte Marc und stieg in den Rollstuhl, den ich genau neben den gestellt hatte, in dem ich nun sa&#223;.</p>
<p>„Na los, auf geht’s, wer zuerst am Ende des Ganges ist. Sieh mal zu, dass du dich wieder bewegst“, stichelte ich und schon ging es los.</p>
<p>Wir hatten viel Spass und ich wunderte mich ernsthaft: niemand hielt uns auf oder schimpfte &#252;ber unser zugegeben pubert&#228;res Benehmen. Schon lange hatte ich nicht mehr so viel gelacht und ich f&#252;hlte mich einfach wohl.</p>
<p>***</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Marc</em></strong></p>
<p>Es regnete in Str&#246;men, der Himmel grau verhangen. Mit weichen Knien stand ich auf dem Felsen. Pure Verzweiflung bem&#228;chtigte sich meiner und es f&#252;hlte sich an, als w&#252;rde mein Herz zerspringen in Tausende von Scherben. M&#252;hsam rang ich nach der n&#246;tigen Luft zum Atmen&#8230;</p>
<p>Schwei&#223;gebadet erwachte ich aus meinem Albtraum. Immer dieselben Gedankenfetzen, es war schier zum Verzweifeln. Ich stocherte im Dunkeln und konnte nichts machen, nichts.</p>
<p>***</p>
<p><strong><em>Drew</em></strong></p>
<p>„Klopf, klopf!“ Die T&#252;r von Marcs Krankenzimmer war nur angelehnt und ich steckte meinen Kopf hinein.</p>
<p>„Hey Drew, sch&#246;n, dass du kommst“, begr&#252;&#223;te Marc mich sichtlich erfreut.</p>
<p>„Hier, ich hab dir was mitgebracht.“</p>
<p>„Was ist das?“ Marcs Augen leuchteten; ich liebe diese Unbeschwertheit.</p>
<p>„Nur der beste Burger, den man hier in der Gegend bekommen kann“, antwortete ich und wedelte stolz mit dem Papierbeutel vor seinem Gesicht herum.</p>
<p>„Oh, alles ist besser als der Krankenhausfra&#223; hier“, kam es von Marc mit einem Funkeln in seinen Augen.</p>
<p>„Bitte&#8230;“ Ich reichte ihm die T&#252;te und er griff sofort danach, &#246;ffnete sie ungeduldig und biss sofort herzhaft zu.</p>
<p>„Schmeckt gut, oder?“</p>
<p>„Hmmhmmmmhm&#8230;..“, war erst einmal die einzige Antwort, doch die reichte mir.</p>
<p>„Fantastisch, als k&#246;nntest du meine Gedanken lesen, das tat gut!“, war dann das erste, was Marc hervorbrachte, als es das Speisevolumen in seinem Mund wieder erlaubte.</p>
<p>Unweigerlich musste ich grinsen. Es stimmte, die Burger von Mr. und Mrs. Vaughan, die zusammen einen kleinen Imbiss unterhielten, waren weit und breit die besten, die man bekommen konnte, zumal dort alle Speisen noch von Hand zubereitet wurden. Die beiden weigerten sich gegen viele Neuerungen und etliche Variationen maschineller Massenproduktion. Das Ergebnis konnte sich in der Tat sehen – &#228;hm, ich meine nat&#252;rlich schmecken – lassen.</p>
<p>„Wenn du willst, Marc, dann frage ich Dr. Williams, ob du mal mit mir raus darfst.“ Hiermit wagte ich einen Vorsto&#223;, der mir schon seit Tagen auf der Seele brannte. In Marcs Gegenwart f&#252;hlte ich mich wohl und wir verstanden uns fabelhaft. Solange seine Vergangenheit im Ungewissen lag, hatte er sowieso niemanden, der sich um ihn k&#252;mmerte. Es w&#252;rde ihm sicher gut tun.</p>
<p>„An die frische Luft? Denkst du, das w&#228;re eine gute Idee?“, grinste Marc verschlagen.</p>
<p>„Hm, vermutlich gar nicht“, stichelte ich zur&#252;ck, und fuhr ernster fort „ich werde Dr. Williams fragen, sie kann mir nichts abschlagen.“</p>
<p>***</p>
<p>„Warum nur stehen mir die Haare zu Berge?“, fragte mich Frau Dr. Williams mit einem g&#252;tigen L&#228;cheln, als ich w&#228;hrend der Nachuntersuchung meines Handgelenks die Gelegenheit beim Schopfe ergriff, um sie auf Marc anzusprechen. Mein Entschluss, Marc hier rauszuholen, stand fest.</p>
<p>„Nun, Doc, schauen Sie sich an, wie er hier hausen muss in seinem kleinen Zimmer, Tag f&#252;r Tag“, versuchte ich einen Vorsto&#223;. „Das w&#228;re vielleicht ein ausgezeichneter Ort f&#252;r eine Geiselhaft, aber doch nicht f&#252;r einen Patienten wie Marc.“</p>
<p>„Worauf wollen Sie hinaus?“, unterbrach mich die &#196;rztin.</p>
<p>„Warum darf er nicht mit mir einfach mal raus?“</p>
<p>„Um was zu tun?“</p>
<p>„Keine Ahnung. Vielleicht, um einen Baum zu pflanzen?“</p>
<p>„Dieses Ritual pflegen Sie immer noch, Andrew?“</p>
<p>„Nat&#252;rlich! Das k&#246;nnte doch funktionieren?“</p>
<p>„Nun ja, vielleicht tut es ihm gut, wer wei&#223;. Ich sehe, was ich machen kann“, war die wohlwollende Antwort von Dr. Williams.</p>
<p>„Danke, Doc!“ Und dankbar war ich ihr wirklich.</p>
<p>***</p>
<p>P&#252;nktlich um 14 Uhr klingelte ich am Sonntag bei Paul und Nancy. Schon bald sa&#223;en wir am gedeckten Tisch und genossen das liebevoll zubereitete Mahl, bestehend aus einer scharf gew&#252;rzten Bohnensuppe, Kroketten, Roastbeef, einer k&#246;stlichen Sahne-So&#223;e, gr&#252;nem Salat mit Paprikastreifen und Krokant-Karamell-Pudding zum Dessert. W&#228;hrend des Essens &#252;berlegte ich, wie ich unverf&#228;nglich auf das Thema „Marc“ zu sprechen kommen k&#246;nnte. Schlie&#223;lich platzte es aus mir heraus:</p>
<p>„Ich hab Dr. Williams gefragt, ob er mit mir nach Hause kommen kann.“</p>
<p>„Was? Worum geht’s?“, fragte Paul, der offensichtlich nicht sofort begriff, worum es mir ging.</p>
<p>„Sie meinte, es sei eine gute Idee“, meinte ich und sprach somit die halbe Wahrheit. „Es gibt keinen Grund f&#252;r ihn, weiterhin im Krankenhaus zu bleiben. – Vielleicht wird er so schneller gesund. Sie gibt ihr okay, wenn ihr zustimmt.“</p>
<p>„Warum fragst du mich das?“ Paul wirkte leicht k&#252;hl.</p>
<p>„Du bist der Boss, Paul, denk dran.“</p>
<p>„Ich frage mich nur, ob du da irgendwelche Hintergedanken hast, Drew.“</p>
<p>„Wir sind einfach nur Freunde, Paul! Was also soll die Frage?“</p>
<p>Nancy schaltete sich ein; ich konnte sp&#252;ren, dass sie sich bem&#252;hte, sehr behutsam zu sein: „Drew, er hat sehr viel durchgemacht. Erwarte nicht etwas von ihm, was er vermutlich nicht erf&#252;llen kann.“</p>
<p>„Und als Beamter ist es einfach unpassend, wenn du dich mit diesem Unbekannten derart anfreundest.“ Das war typisch mein gro&#223;er Bruder.</p>
<p>„Paul, er heisst Marc und ist kein Unbekannter.“</p>
<p>„Er GLAUBT, Marc zu hei&#223;en“, war die skeptische Antwort.</p>
<p>„Seinen Namen wird er wohl noch wissen.“ Es kostete mich Kraft, ruhig und gelassen zu klingen.</p>
<p>„Aber schau, an etwas anderes erinnert er sich nicht“, warf Nancy ein.</p>
<p>„Ich hab ihm nichts von dem Vorfall erz&#228;hlt.“</p>
<p>„Aber er wei&#223;, dass er nach dir schlug, Drew?“</p>
<p>„Paul, h&#228;tte ich l&#252;gen sollen?“</p>
<p>„Mach es bitte nicht noch komplizierter, als es schon ist, das ist alles!“</p>
<p>„Ich wollte ihn doch nur mal mitnehmen, ihn vielleicht hierher einladen oder was auch immer.“ Meine Stimme muss etwas kl&#228;glich geklungen haben und in der Tat sah ich meine Chancen dahinschwinden. Traurigkeit machte sich in mir breit und ich schaute meinen Bruder und meine Schw&#228;gerin bloss mit gro&#223;en Augen an.</p>
<p>Nancy war es, die das Wort f&#252;r mich ergriff, indem sie sich an Paul wandte: „Der Arme hat eine Menge durchgemacht. Ich denke, eine solche Ver&#228;nderung t&#228;te ihm sicher doch ganz gut, was meinst du?“</p>
<p>Paul seufzte. „Okay, Drew, wie du meinst. Aber auf deine Verantwortung, klar?“</p>
<p>Seine Stimme klang dabei ein wenig hart, doch das st&#246;rte mich in diesem Moment keineswegs. Meinem Gl&#252;ck, und als solches betrachtete ich diesen Umstand, stand nichts mehr im Weg.</p>
<p>***</p>
<p>„Noch einmal in Ihren eigenen Worten, bitte“, kam es streng von Dr. Williams. Sie unterschrieb derweil ein paar Papiere. Marcs paar Habseligkeiten waren bereits in einer Tasche verpackt und standen bereit.</p>
<p>„Nicht &#252;ber den Unfall sprechen&#8230; und p&#252;nktlich zu den Terminen im Krankenhaus erscheinen“, z&#228;hlte Marc mit einem L&#228;cheln auf.</p>
<p>„Sehr gut. Und rufen Sie an, wenn die Albtr&#228;ume wiederkommen“, forderte die &#196;rztin Marc sehr eindringlich auf. „Ansonsten bis morgen.“</p>
<p>Herzlich sch&#252;ttelten wir der &#196;rztin die Hand.</p>
<p>***</p>
<p>Marcs Tasche verstaute ich im Kofferraum des Jeeps. Schweigend fuhren wir durch die malerische Landschaft.</p>
<p>„Also rettest du jeden Tag Menschen?“, unterbrach Marc die Stille.</p>
<p>„Nein, nicht unbedingt. Unsere Pflichten hier sind vielf&#228;ltig. Teilweise f&#228;llen wir B&#228;ume, beseitigen Schlamm, k&#252;mmern uns sogar um Tiere. Waldbr&#228;nde sind unsere gr&#246;&#223;te Sorge.“</p>
<p>„Das klingt recht beeindruckend.“</p>
<p>„Nun, es ist schon ein ganz interessanter Job.“</p>
<p>„Mir kommt es vor, als mache ich blau“, &#252;berlegte Marc.</p>
<p>„Mmh, und mir kommt es nicht nur so vor. Mein Bruder Paul w&#252;rde nicht erfreut sein, wenn er mich jetzt erwischen w&#252;rde.“ Ein Grinsen konnte ich nicht verkneifen.</p>
<p>„Paul ist dein Bruder? Der Polizist?“</p>
<p>„Ja.“</p>
<p>Wir waren am Ziel. Den Gel&#228;ndewagen parkte ich ein St&#252;ck abseits der Strasse auf einem einsamen Waldweg. Aus dem Kofferraum holte ich eine Schaufel und ein kleines Zedernb&#228;umchen in einem Blumentopf. Das B&#228;umchen reichte ich Marc, der mich einigerma&#223;en verst&#228;ndnislos anschaute. Dann lief ich voran in den Bergwald, bis ich glaubte, eine geeignete Stelle zum Einpflanzen gefunden zu haben.</p>
<p>„Hier ist es gut“, bemerkte ich zufrieden.</p>
<p>„Hey, ich verlange eine Erkl&#228;rung, Drew.“ Marc schaute mich fragend an.</p>
<p>„Du pflanzt den jetzt ein“, zeigte ich auf den Blumentopf in Marcs H&#228;nden.</p>
<p>„Und warum das Ganze, und warum gerade hier?“</p>
<p>„Du nimmst gleich Anteil an einer ehrw&#252;rdigen Tradition“, beschwor ich feierlich. „Wer einen Unfall am Berg &#252;berlebt, muss ihm ein Opfer bringen. Ich hab das schon hunderte von Malen getan“, grinste ich.</p>
<p>„Du f&#228;llst also &#246;fter mal den Berg herunter?“ Marc musste lachen.</p>
<p>„St&#228;ndig!“, neckte ich meinen Begleiter. „Kommt alles Mal vor.“</p>
<p>„Hast du mit so etwas schon gearbeitet?“, fragte ich Marc, als ich ihm die Schaufel reichte.</p>
<p>„Nat&#252;rlich, was denkst denn du“, emp&#246;rte sich Marc gespielt entsetzt.</p>
<p>In der Praxis sah das jedoch ganz anders aus. Er stellte sich so ungeschickt an, dass wir uns bald vor Lachen bogen und nicht mehr konnten.</p>
<p>Schlie&#223;lich war es doch vollbracht, und das kleine B&#228;umchen wohlbehalten in irdische Gefilde gelangt. Zufrieden betrachten wir Marcs Arbeit und l&#228;chelten.</p>
<p>„Komm, ich zeig dir jetzt, wo du die n&#228;chste Zeit verbringen wirst“, schlug ich vor.</p>
<hr /><small>Copyright (c) 2006-2009 by <a href="http://www.pitstories.de">pitstories.de</a> - alle Rechte der Geschichte(n) liegen beim jeweiligen Autor - digitaler Fingerprint 5fb94d30f57a1c34941e5ec118ecc4c3<ul><li>Es ist ausdr&#252;cklich untersagt, ohne schriftliche Zustimmung des Autors Kopien dieses Textes oder von Teilen daraus an anderer Stelle &#246;ffentlich zu pr&#228;sentieren (z.B. durch "Spiegeln" dieser Seiten auf anderen WWW-Servern) oder diese inhaltlich zu ver&#228;ndern.<li>Dieser Feed ist nur f&#252;r den pers&#246;nlichen, nicht gewerblichen Gebrauch bestimmt. Eine Verwendung dieses Feeds auf anderen Webseiten verst&#246;&#223;t gegen das Urheberrecht. Wenn Sie diesen Inhalt nicht in Ihrem News-Reader lesen, so macht sich die Seite, die Sie betrachten, der Urheberrechtsverletzung schuldig.</ul></small>
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