Was sind Stärke, Souveränität und Selbstbestimmung? Sind es Werte unserer Gesellschaft, die uns eine Möglichkeit zur eigenen Verwirklichung geben? Oder sind es Illusionen, weil diese Attribute nur dann funktionieren, wenn unser Umfeld es zulässt und wir das Gefühl haben, die Kontrolle behalten zu können?
Doch was geschieht, wenn man uns diese Kontrolle entreißt?
Was, wenn uns jemand [...]
Die Sonne ging gerade unter und der Mond war schon auf der anderen Seite zu sehen. Es waren kaum noch Leute unterwegs und er saß allein im Park auf einer Bank. Er beobachtete, wie die Sonne unterging und hing dabei seinen Gedanken nach.
Er war weg und ich saß immer noch am Tisch. Seinen Wohnungsschlüssel hatte er auf den Tisch gelegt, mich noch mal kurz angeschaut und gegangen. Für immer. Vor zwei Wochen sah noch alles anders aus.
Da hatte er mich zum Flughafen gebracht und sich mit den Worten verabschiedet, er würde mich immer lieben. Und nun, [...]
Kapitel 1
Das Internat lag mitten in der Stadt an einem schönen See und war seit etwa einer Woche von einer schneeweißen, leuchtenden Decke überzogen. Hier waren nur Jungs untergebracht. Ein Flügel für die Jüngeren, der andere Trakt für die Älteren.
Nur noch drei Wochen bis zu den Winterferien. Insgeheim freuten sich alle auf die Ferien. Bis [...]
„Ich hab gefroren…“, meinte Michael und ich konnte nicht anders und begann zu grinsen.
„Ja und er wollte probieren, ob er bei mir besser schlafen kann“, meinte ich frech.
„Ja klar und deshalb liegt er auch halbnackt auf dir, nicht wahr?“
Frau Stein fing ebenfalls an zu grinsen.
Michael
Mir lief es eiskalt den Rücken hinunter.
„Wir beide machen jetzt einen kleinen Sparziergang. Und wehe, du machst einen Mucks!“
Er fuchtelte mit seiner Waffe vor meinem Gesicht und zitierte mich zur Tür. Mit zitternden Beinen folgte ich seinen Anweisungen. Er öffnete die Tür und lief auf den Flur. Natürlich kein Mensch weit und breit. Er schubste [...]
Genüsslich schlürfte ich an meinem Cappuccino, genoss das Meeresrauschen. Einen Samstagabend zu Hause ohne Störung ohne Arbeit. Das Handy klingelte und schon hatte mich die Realität wieder eingeholt.
»Commissario Bronetti.«
»Tut mir leid Chef, wenn ich sie noch störe, aber es hat wieder einen Mord gegeben!«,
Philippe mein Assistent. Immer korrekt, streng nach Vorschriften, das war seine Devise. [...]
»Hier ist die Akte von den Diebstählen auf dem Jahrmarkt, Chef! «, sagte Philipp.
»Was haben wir mit den Diebstählen zu tun, hier ist die Mordabteilung«, erwiderte ich ärgerlich.
»Seit heute Morgen dort eine Leiche gefunden wurde, die ein Teil des Diebesgutes bei sich trug, ist es unser Fall! «
Ich hörte den Ausführungen des Präfekten zu. Er hatte mich wegen einer nicht aufzuschiebenden Angelegenheit zu sich bestellt. Vor mir lag eine Akte, verschiedene Bilder von der Leiche, dem Tatort und schließlich unendlich viele Berichte.
Ein blutverschmiertes Zugticket in einem Beutel war auch dabei. Der Präfekt wartete nun geduldig, bis ich die Akte überflogen hatte.
[...]
Mario Sprengers Geschichte beginnt an einem Sommertag, auf einer Eisenbahnfahrt in Richtung Norden…
»Hast du mal..?«
»Klar, hier.« Felix reichte ihm die Schachtel und gab ihm Feuer. Mario versuchte die Zigarette dabei ruhig zu halten. Tief zog er den Rauch ein.
»Na ja,…. Quatsch, ich hab keine Angst.«
Beweise
Schlagartig war er wieder wach. Wie sollte das funktionieren? Da lag er neben einem Jungen, den er eigentlich gar nicht kannte, der aber so anziehend für ihn war, wie noch nie jemand zuvor.
Gerdas Geheimnis
Wieder dieser merkwürdige Unterton. So als würde sie diese Freundschaft nicht billigen. Aber was konnte Mario schon machen? Er war erst 16, sie verantwortlich für ihn.
Stimmen in der Heide
Wenig später kamen sie am Torfmoor an.
Als sie in die Grube hinabstiegen, ließ sich Felix in das Heidekraut fallen. »Komm her«, sagte er mit einer verführerischen Stimme.
Rocky
Mit schnellerem Herzschlag drehte er das Gas wieder auf. Er durfte nur jetzt nirgends abbiegen, dann müsste er schließlich irgendwann beim Dorf ankommen.
Aber das Dorf kam nicht.
Eskalation
Er schloss sich der Truppe mit den Suchhunden an. Die nahmen Felix’ Geruch von dessen Mofa auf, zogen aber in alle Richtungen.
»Es wird schwer werden, wenn wir keine Spur finden« sagte der Truppführer.
Wenige Minuten später räumten etliche Hände die Trümmerteile von Felix’ reglosem Körper, ab und zu schrie er mit schmerzverzerrtem Gesicht auf.
Mario kam nicht an ihn heran, die Helfer schoben ihn beiseite. Machtlos sah er zu, wie Felix’ Körper allmählich sichtbar wurde.
Drei Wochen im All
»Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit eröffne ich die erste Sitzung des Senatsausschuss zur Untersuchung des Hyperionvorfalls. Für das Protokoll: Als Ausschussmitglieder sind erschienen die ehrenwerte Richterin des obersten Gerichtshoffs Dr. Marion Sakoviac, der ehrenwerte Senator Ruyki Nagano, Vizeadmiral Paul S. Henderson, Senatorin Sybill S. Monahan und als Waterman. Diese Sitzung wurde [...]
Wie er so dasaß, völlig versunken. Versunken in eine andere Welt. Mir schien, er lebte wirklich nur dort.
Das nächste Stück kam, ich wusste nicht wie es hieß. Warum auch? Ich hatte die CD zu Hause und nur die wenigstens Stücke kannte ich vom Namen. Aber jedes Stück war mir in Fleisch und Blut übergangen. Wegen [...]
Komisch, ich kannte ihn noch keinen Tag, und trotzdem fehlte er mir, als wären wir schon hundert Jahre zusammen.
Wir waren noch bis zum Sonnenuntergang an dem Baggersee, dann fuhr mich Angelo heim. Viel geredet hatten wir nicht, waren beide doch so ziemlich im Eimer gewesen.
Rasch suchte ich meine Siebensachen zusammen. Mit dem Rad würde ich etwa zwanzig Minuten brauchen, vielleicht ein paar mehr bei der Hitze.
Gerade als ich zur Tür rauswollte, schepperte mein Handy. Hastig zog ich es aus der Tasche.
Vielleicht war es mir ja nur nicht aufgefallen als ich bei ihm war, auf jeden Fall standen da auf den zunehmend klareren Blick wenigstens vier Autos.
Mit jedem Meter, dem ich der Sache näher kam, entpuppten sie sich nicht grade als Kleinwagen.
Nur nicht umdrehen, das war dann der einzige Gedanke der mit durch den Kopf schoss. Und nur den drehte ich soweit herum, dass ich sehen konnte wer da grade das Bad betreten hatte. Mein erster Gedanke war ja Angelo, aber man konnte schließlich nicht wissen.
»Es war im Winter, vor drei Jahren. Er und seine Eltern waren unterwegs von einem der Konzerte, wo ich als damals Jüngstes Orchestermitglied spielte. Die Straße war glatt, sie kamen mit ihrem Auto von der Straße ab..«
Das war schon irgendwie komisch. Denn, wie hätte das bei einem anderen ausgesehen? Wären wir da nicht schon längst in seinem Zimmer, würden aneinander hängen wie die Kletten und die ganze Nacht ungezügelten Sex haben? Ich war mir ziemlich sicher dass es da genauso gelaufen wäre.
Ich folgte ihm dann ins Badezimmer. Viel zu hell wurde es meinem Befinden nach, als Angelo das Licht anmachte, aber im Dunkeln konnte er mich schlecht verarzten. Mein sehnlicher Wunsch, wieder auf seinem Bett liegen zu dürfen, ging diesmal leider nicht in Erfüllung. Aber gut, Angelos Hände auf meinem Rücken zu spüren.. ich wollte nicht [...]
Ich machte sie miteinander bekannt und sie gaben sich die Hand. Respektvoll wie mir schien. Dazu kam, dass Angelo so sehr zu diesem Fahrzeug passte. Ich konnte ihn mir in einem Panda oder Fiesta einfach nicht vorstellen, und dem Gesicht meiner drei Freunde nach dachten die genauso.
»Aber trotz allem, ich lass euch jetzt alleine. Das ist nicht.. weil.. ich denke ihr möchtet lieber unter euch sein.«
»Du kannst ruhig bleiben«, versuchte es Angelo, aber Felix fühlte sich nun scheinbar doch nicht so wohl, nur mit uns beiden.
Es war eigentlich auch mein eigener Wunsch, dass mich Angelo an dem Abend direkt vom Badesee nach Hause fuhr. Zum einen, weil seine Eltern wohl inzwischen zurückgekommen waren und zum anderen, weil ich mich ein bisschen um die Wohnung kümmern wollte.
»Und deine Eltern sind jetzt wieder da?«, fragte ich, während wir uns über die Brötchen und den Kaffee hermachten.
»Ja.«
»Klingt aber nicht sonderlich erfreut.«
Ich beobachtete ihn eine Weile, war mir eben nicht ganz sicher wie er mit der Sache umging. Aber er kam mir nicht viel anders vor als sonst. Trotzdem, mir war schon vorher klar, dass wir darüber reden mussten.
Es hörte auf, irgendwann. So einigermaßen kam ich erst zu mir, als ich auf einem Klappstuhl neben dem Sanitätswagen einen Eisbeutel an meiner Stirn fühlte. Und den hielt ich sogar selbst.
Was passiert war, musste ich dann nicht fragen, die Schrecksekunden hatte ich noch sehr genau im Kopf, der scheinbar in einer Schraubzwinge steckte. Ein paar [...]
»Also, der Kopf ist okay. Eine Gehirnerschütterung, sonst hast du großes Glück gehabt.«
Ja, das dachte ich schon als ich den Schrotthaufen gesehen hatte. Das röntgen war schnell gegangen, man machte da an der Uniklinik nicht viel Aufhebens.
Den nächsten Morgen ging es mir dann schon wesentlich besser, nur, eine gewisse Unruhe machte sich dann in mir breit. Meine Eltern hatten noch mal zurückgerufen, sie würden den Urlaub abbrechen und zurückkommen.
»Zimmer 204, im zweiten Stock«, gab der Mann endlich Preis.
Ich nickte und ging los, zu den Fahrstühlen und dann nach oben. Die Orientierung war nicht schwierig, alles schön ausgeschildert. Erst als ich vor dem Zimmer stand wurde mir mein eigentlicher Zustand dann so richtig bewusst. Dahinter lag er, endlich. Ich klopfte zaghaft.
[...]
»Ich komme morgen früh, dann reden wir, okay?«
»Ja.. machen wir.. bis Morgen.. «
»Ich hab dich lieb«, fügte ich an und wartete auf seine Antwort.
»Ich dich auch.«
Angelos Eltern sahen mich zwar an, aber offensichtlich erwarteten sie nicht den großen Knaller. Aber das war er, einen größeren konnte ich mir in den Sekunden gar nicht vorstellen.
Angelo hatte den Kopf gesenkt und spielte mit seinen Fingern.
Ja, und dann begann ich zu erzählen. Von den ersten gehörten Stücken im Radio, über die CD’s, den Konzertbesuchen und unserer ersten Begegnung. Drei Dinge ließ ich in weiser Voraussicht erst einmal weg:
Allerdings gab es an dem Abend darauf keine Antwort mehr, mit einem Blick auf die Uhr stand ich auf. Zum einen wollten die beiden Eheleute sicherlich ihren Feierabend haben und ich spürte Müdigkeit aufkommen.
Der Tag hatte mir doch einiges abverlangt und dieser Schnaps machte mich zudem hungrig.
»Ich werd dann mal gehen.«
Die beiden sahen [...]
Angelo hielt in der anderen Hand den Umschlag und starrte irgendwie zu Dorfler hin, als wäre der aus dem Weltall herabgestiegen. Mein Schnuckel schien sehr genau zu wissen, was da gerade lief, während ich nur langsam einige Vermutungen für mich anstellte.
»Angelo, ich hab.. das vielleicht nicht gut überlegt, vor allem, ich hab dich nicht mal gefragt.«
»In der Tat«, sagte er mit einem gefährlichen Unterton. Ich war noch nicht raus aus der Geschichte.
»Ich.. kann mich nur für meine Gefühle entschuldigen. Sieh mal, ich hab dich so lieb und..«
Er winkte ab.
[...]
Die folgenden Tage waren alles andere als toll. Ich ärgerte mich über das schöne Wetter, es passte nicht zu meinen Gefühlen. Felix rief zweimal an und ich vertröstete ihn auf später. Mir war nicht nach Gesellschaft, zumal ich ihm garantiert die Ohren vollgejammert hätte.
Irgendwie stieg mir die Hitze in den Kopf. Es war nicht nur die Sommerglut, die in dieser noch dazu windgeschützten Ecke ihren Beitrag leistete. Auch, ja, aber eben nicht nur. „Du bist Notgeil, gib es doch zu.“ Blödsinn. Natürlich ist man in unserem Alter unter besonderen Umständen extrem rollig, wer kennt das nicht. Aber deswegen.. [...]
Sonntagmittag kam der ersehnte Anruf. Felix wirkte gelöst, gesprächig würde ich fast sagen. Kein Wort über den Fellbach.
»Wollen wir zum Härtel?«, fragte er.
Ich sagte zu, mich in einer halben Stunde mit ihm in dieser Kneipe zu treffen.
Vorhang auf, Bühne frei
Dario [bluepicture@directbox.com]
Werner kam zum Wagen zurück und stieg ein. »Mensch, wenn wir uns mal so einen Pinguin leisten können, haben wir’s geschafft, was Ralf?«
Ich lächelte gequält. Nun, irgendwo hatte er ja recht, nur, wir würden diesen Status nie erreichen. Dabei fiel mir wieder ein, wie ich an Angelos Seite die Welt [...]
Felix und ich blieben nicht lang am Felle, wir waren beide müde und am anderen Tag musste oder besser durfte ich ja eine Stunde eher aufstehen. Aber wir verabredeten uns gleich wieder, für den kommenden Abend.
»Wann… wird er zurückkommen?«, fragte ich, nachdem sich der erste Schock einigermaßen gelegt hatte. Ich wollte, nein ich musste in die Offensive.
Werner kam vom Klo zurück, dabei war ich mir ziemlich sicher dass er in einem gewissen Sicherheitsabstand gewartet hatte. Gelauscht?
Statt einer Antwort brummte Angelos Handy auf dem Tisch. Rasch nahm er den Unruhestifter und klappte ihn auf.
»Hallo Andreas.«
Egal wer das war und was der wollte, ich verfluchte die Person
Vielleicht war zu diesem Zeitpunkt mein Gehör schon ziemlich geschärft, auf jeden Fall hörte ich zwischen dem Regen, dem Wind und dem Donner noch etwas anderes. Vertrautes, Bekanntes. Margie musste nicht gegen die Unbilden der Natur ankämpfen,
Meine Mutter bekam natürlich mit dass etwas nicht in Ordnung war.
»Was ist denn passiert?«
Aber das drang von reichlich weit in mein Kopf. Hatte ich nur den Eindruck oder redete Angelos Mutter mit einer solch stoischen Ruhe, dass es mir noch nachträglich fast die Sprache verschlug?
Dieser Typ, von dem ich nur seine schlanke, große Figur und dunkles Haar erkennen konnte, lehnte Angelo so quasi ans Auto und legte beide Arme auf seine Schultern.. Zwischen ihren Köpfen hatte nicht mal eine dünne Zeitung Platz.
»Ein Leben lang Feuer. Nun komm, sag schon.«
»Nee, geküsst ham se sich nich. Gefummelt weiß ich nicht, konnte man von dahinten auch schlecht sehen.«
Wenigstens das nicht. Aber nun musste es gut sein, zumal ich nie herausfinden würde was dann geschehen war. Die Nacht hatten sie sich bestimmt nicht im Freien herumgetrieben.
[...]
Und was wurde das jetzt? Von meiner Seite aus nichts, ich befürchtete nämlich, alles, absolut alles käme wieder hoch. Ich hatte plötzlich panische Angst vor meiner inneren Stimme, denn dumm ist, dass sie in entscheidenden Momenten die Oberhand gewinnt.
Und das drohte auch jetzt, in diesen Augenblicken. Ich hatte Angelo nicht vergessen. Nicht abgehakt und nicht [...]
Sie schwatzten eine ganze Weile, derweil mir die Hitze den Schweiß aus den Poren trieb. Wie schön dass unser Wagen eine Klimaanlage sein Eigen nannte und bald für eine angenehme Temperatur sorgen würde. Ich nutzte die kleine Pause für eine Zigarette.
Keine Ahnung wie lange ich auf den Monitor gestiert habe, es hat jedenfalls ne Weile gedauert bis ich aus dieser Starre herauskam. Das konnte doch nicht wirklich Angelo nicht sein, der sich da mit einem anderen Boy auf einem Bett räkelte.
Irgendwie war es merkwürdig. Werner, mein Vorgesetzter und Ausbilder; Ansprechpartner in allen Dingen was meinen Beruf betraf. Ich hatte nie eine Auseinandersetzung mit ihm, kein böses Wort.
Vielleicht konnte ich ihn sogar als väterlichen Freund bezeichnen.
Dann ertönte der Türsummer. Ein leiser Geruch nach Wäscheweich, Essen, Zigarettenrauch und anderem Kram schlug mir entgegen, gleichzeitig war die Luft in dem Hausflur angenehm kühl.
Vor mir lagen rechts und links je eine Wohnungstür, geradeaus die Treppe nach oben.
»Meine Freundin war ziemlich anstrengend. Aber ich denk das kommt vor.«
Sicher kommt das vor. Es kommt aber auch vor, dass man während der Herzschmerz – Zeit mit einer Frau feststellt, dass einem hübsche Jungen viel besser gefallen. War das so?
»Und wie hast du Angelo kennen gelernt? Ich mein, du wohnst hier..«
[...]
»Schön. Also, du musst mit der Tram Richtung Innenstadt und dann..«
Er verklickerte mir, wie ich die Adresse finden konnte. Klang eigentlich nicht schwer und da ich alle Daten dieser.. Leute.. hatte, würde ich es auch finden. Abgesehen davon war ich bereits so halb am dahinsterben, der Hunger nagte immer mehr an meiner Substanz.
[...]
»Nee, ich.. ich wollte damit nur sagen, dass du es nicht einfach haben wirst. Angelo will erobert werden, man muss ihn zu seinem Glück regelrecht zwingen. Aber wenn ich ehrlich sein soll.. ich beneide dich nicht. Soviel Energie und Zeit zu investieren – da musst du wirklich schwer verliebt in ihn sein.«
Ȁhm.. bin ich [...]
»Aber vergiss dabei eins nicht: Angelo ist mein Sohn. Ich liebe und ich kenne ihn. Vielleicht nicht bis ins kleinste Detail, aber ich weiß, dass du eine Rolle spielst in seinem Leben.«
Ich schielte zu ihm rüber, konzentriert steuerte er den Mini durch die Nacht. Sollte ich ihm jetzt schon einfach so stecken, dass ich absolut keine Lust auf eine Nummer mit ihm hab? Nicht nur jetzt, sondern überhaupt nicht? „Haste wirklich keinen Bock? Das kostet nix.
Ein laues Lüftchen regte sich und eigentlich war meine plötzlich aufkommende Idee, den Rest der Nacht hier draußen zu bleiben, so schlecht gar nicht. Müde, ja, war ich, aber eben noch nicht tot.
Also ging ich ins Wohnzimmer, brachte die angebrochene Flasche in den Kühlschrank, schnappte auf dem Rückweg zum Balkon mein Glas, setzte mich da [...]
»Oh, Ronald, das muss es nicht. Da sind noch so einige andere Dinge, du spielst in dieser Musik nicht unbedingt die erste Geige… « Ich musste lachen.. »sozusagen. Aber eins kannst du mir ja verraten.. wieso bist du jetzt hier?«
Ich ging ein paar Schritte auf ihn zu, zum Teufel mit den Scherben. »Und?«
»Ich komme mit. Es ist eine gute Gelegenheit, mich bei ihm zu entschuldigen.«
Das freute mich, ehrlich. Und auch meine Chancen stiegen dadurch, hoffte ich wenigstens. »Schön. Dann wollen wir dem Kerl mal so richtig
»Wer sind „sie“?«, fragte Ronald und sah mich mit großen Augen an.
»Ich werd das Gefühl nicht los, das könnte Willard oder seine Schergen sein.«
»Hm, ich weiß nicht.. warum sollten die hier auftauchen und weißt du, wie viel Menschen hier wohnen? Also für mich wär das aber ein ganz großer Zufall.«
[...]
»Mist«, unterbrach uns Ronald und Angelo schloss den Mund, den er bereits geöffnet hatte um etwas zu sagen, »ich hab in der Eile vergessen, den Wagen abzuschließen. Bin gleich wieder da.«
Noch bevor mir oder Angelo etwas dazu einfiel, war Ronald verschwunden, wir hörten die Wohnungstür.
Nun standen wir beide alleine da. Ich wäre jede Wette [...]
Angelo reckte sich mir ein bisschen entgegen und in dem Moment, wo sich unsere Lippen berührten, durchfloss mich ein ungeheurer Strom. Ich wurde auf der Stelle federleicht, die riesige Anspannung der letzten Wochen und Tage begann sich auf der Stelle zu legen.
Denn, dieser Kuss war echt.
»Ich würde schon gern.. « Keine Erläuterungen im Detail abgeben. Sie dürften sicher schon zufrieden sein, dass ich noch heil war.
»Das musst du wissen. Aber.. du hast ja nichts zum anziehen..«
»Ähm.. Angelo hat die gleiche Größe..« Das stimmte zwar, aber ob das schon so einfach sein würde..
Sie holte hörbar Luft. »Scheint ja [...]
Nun war ich einigermaßen ratlos. Auf Zehenspitzen, als würde mich jemand Barfuss laufen hören.. taperte ich zu Ronald, der inzwischen ins Wohnzimmer gekommen war.
»Da ist jemand an der Tür«, sagte ich leise, »leider gibt’s da keinen Spion.«
Am liebsten hätt ich ihm „ich komm mit und helf dir..“ hinterhergerufen, aber ich wollte das sein lassen, denn ich war mir absolut sicher, dass es so eine Chance noch viele, viele Male geben würde. So sah ich ihn entschwinden, im Bad. Aber da war eben dieses Etwas in mir; das mir einfach verbot, nur [...]
Die junge Frau starrte uns an. Gut, ich mein, wann passiert einem schon sowas?
»Ich helf Ihnen«, ergriff Roland dann Initiative und nahm ihr das Tablett ab, dessen von uns angenommene Köstlichkeiten unter ein paar Geschirrtüchern verdeckt war. Ich nahm die Flasche Rotwein aus ihrer anderen Hand an mich.
Inzwischen spürte ich auch Angelos Hände an meinem Hintern. Er krallte sich da regelrecht fest, dann wieder strich er nur sanft über meine Pobacken. Er wand sich unter mir, so, als wolle er mir entweichen. Natürlich nicht wirklich, aber ich nahm an, dass er jetzt an den Punkt kam, wo er mehr wollte. Und das [...]
Verwundert sah ihm Sebastian nach. »Oh, war ich da.. jetzt Schuld?«
Ich schüttelte den Kopf. »Gewiss nicht. Es war diese Nacht sehr heiß hier oben..«
Sebi grinste richtig unverschämt. »Aha, heiß war’s«, sagte er zwinkernd und knuffte mich
»Wir müssen da was machen, ich kann das jetzt nicht brauchen.« Angelo wurde sogar richtig wütend, was mich allerdings sehr glücklich machte.
»Was heißt jetzt nicht? Überhaupt nicht wolltest du doch sagen, oder? Die sind eh ganz verwirrt weil.. komm, lass und das später in Ruhe überlegen.«
Irgendwie musste ich nun Angelo von meiner Abwesenheit berichten.
»Hör mal«, begann ich ziemlich unspektakulär. »Ich werde.. Montag für drei Wochen auf Montage gehen. In den Osten..«
Hab ich schon mal erwähnt, dass Männer schlimmer sein können als Weiber? Nein? Ist aber so. Da rackert man sich ab ohne Ende, nimmt alle möglichen Strapazen auf sich und von den Nerven, die dabei auf der Strecke bleiben, möchte ich gar nicht reden.
Aber zunächst will ich versuchen, einen Blick (oder ein paar mehr) [...]
Ein schöner Tag. Die Sonne meinte es gut am Morgen danach (ich hatte es aber nach ein bisschen fummeln dann aufgegeben, vielleicht war ja meine Stimme doch im Recht) und frohgelaunt eilte ich in das Esszimmer.
»Ja, weil man ja nicht wusste ob du ihm nachstellst. Du musst wissen, Angelo.. ist inzwischen eine VIP-Person hier geworden und man achtet sehr auf seine Sicherheit.«
Ich staunte nicht schlecht. Mein Angel war also bereits in ganz andere Gefilde aufgestiegen. Eine Berühmtheit eigentlich. »Hat er schon.. Bodyguards?«
Schweigen am anderen Ende, dabei hörte ich jemanden ganz deutlich atmen. »Hallo? Wer ist da?« Nichts. Und dann klick, aufgelegt. Ärgerlich betrachtete ich den Hörer und legte ebenfalls auf.
Angesichts des zwar noch nicht langen, aber anstrengenden Tages beschloss ich eine Runde Augenpflege. Was half alle Aufregung? Ich konnte von hier aus eh nichts
[...]
Nach ein paar Schrecksekunden kam die Einsicht, dass meine Vermutung völliger Quatsch war und auch, dass ich das lieber für mich behalten sollte. Außerdem soll man ja keine Pferde scheu machen. »Hör mal. Als ich dort im Sender war hab ich Besuchergruppen gesehen.
Just in dem Moment klopfte es erneut an die Tür. Wieder sahen wir uns alle an, Charly machte den berühmten Satz nach vorn. Jetzt fiel mir auf, dass er seine Hand irgendwie komisch in Hüfthöhe hielt, was mich dann mutmaßen ließ, dass er doch eine Waffe trug.
Ein Chef gab’s also auch. Zwar brannte ich dann vor Neugier, wer hinter all dem steckte, aber das half ja alles nicht weiter in dem Moment. War’s Liebe zu meinem Angel, das ich dann mutig wurde? Keine Ahnung. Ich grübelte nach, und zwar schwer.
Ich spürte, wie mir der Schweiß aus allen Poren schoss. Nur ja keine Bestätigung, dass die dieses Gepiepe mitbekommen hatten. Ich wollte es gar nicht wissen. Kaum saß ich am Steuer, atmete ich dann doch auf. Kein Schaltknüppel der üblichen Art
»Ich soll dir von Angelo sagen, dass wir uns bei Marco treffen.«
Schweigen zunächst. Aber dann: »Gut, wir sind in… zehn Minuten da. Und macht keinen Unsinn, hörst du?«
Sebi holte Luft. »Nun erklärt mal, was da los war.«
Eigentlich störte der Radio im Hintergrund ein bisschen, aber niemand kam auf die Idee, ihn leiser zu stellen. Scheinbar kam das aus einem Lautsprecher, wie er auch in der Kneipe hängen würde. Zentrale Soundversorgung..
Plötzlich horchte Marco auf und ohne Kommentar verschwand er nach draußen. Irgendwie herrschte auf der Stelle eine ziemlich merkwürdige Stimmung, denn uns saß alle noch die Furcht im Nacken. Wir sahen uns fragend an, nur Gotthilf drehte noch immer den Geigenkasten in seinen Händen.
Zuerst sah ich raus, auf den Weg, den wir fuhren. Aber nichts, gar nichts kannte ich hier und es war ohnehin die tiefste Pampa.
Nach ein paar Minuten lenkte sich meine Neugier in eine andere Richtung. Okay, ich hatte mir den Fahrer ja schon so mal betrachtet, aber so ganz genau
Die Zeit begann zu drängen, außerdem kann ich nicht leugnen, dass Sandro immer stärker in die Tiefen meiner Gefühlswelt vorzudringen begann.
»Wollen wir fahren? «, fragte ich deswegen. »Erst in die Wohnung und dann kannst du mich nach Hause schippern. «
71. Erstens kommt es anders…
© by Dario
»Musst du eigentlich ganz dringend nach Hause? «, fragte er nach ein paar Minuten, während denen wir durch den Wald fuhren. Die Antwort musste ich mir erst überlegen, denn damit hatte ich wahrscheinlich Einfluss auf den Ausgang der Geschichte. Knallhart stellte ich mir die Frage: Willst du mit ihm [...]
Ich hatte ja nun wirklich schon alles durchlebt, was Angelos und meine Freundschaft anbelangte, aber das war dann doch die Krönung. Mochte mir mein Gewissen jetzt auch einreden, ich hätte es ja auch hinter seinem Rücken getrieben
Ich steckte das Handy wieder zurück und begab mich zur Tür. Dabei musste ich zwangsläufig an einem zweiten Stuhl vorbei. Und da lagen Sandros Klamotten. Was war das plötzlich für ein seltsames Gefühl, als ich sie mir betrachtete? Bin zwar wie schon mal
Da ich keinen Schimmer hatte wo ich mich hier befand und noch weniger, wo Sandros Firma, blieb mir nur die Spekulation, wie lange er in der Nacht unterwegs gewesen war. Aber alles schien daraus hinauszulaufen, dass er gar nicht.. dass wir gar nicht.. oh Mann.
Okay, bis dahin glaubte ich ihm jedes Wort. Warum auch sollte er jetzt eine Story erzählen.
»Dann blieb mir ja nichts anderes übrig, als dich mit hierher zu nehmen. «
»Und du hast mich sicher auch.. ausgezogen? «
»Es ist wirklich alles in Ordnung mit dir? «, wollte Papa wissen.
»Ja, bestimmt. «
»Und wo bist du jetzt? «
Autsch. In der Panik der Eile hatte ich das natürlich völlig vergessen. Rasch sah ich mich um. Ein Familienhaus neben dem anderen. Gepflegt, ruhig, sicher auch nicht billig die Gegend
[...]
Der Polizist wanderte bei meiner Rückkehr mit den Händen auf dem Rücken ungeduldig am Pool hin und her. Wieso überkam mich bei dem Anblick so ein saudummes Gefühl? Okay, kein Zweifel, dass mich das alles total überforderte. Ich wünschte mir so nen Tarnmantel, den man
»Eins, Zwei – Polizei. Drei, vier – Grenadier…«
Grinsend tippte ich auf die Rufannahme der Freisprecheinrichtung meines Handys. Vor ein paar Tagen hatte Derek diesen Klingelton eines Uralt-Hits auf das Gerät überspielt und seiner eigenen Nummer zugewiesen, somit war klar, wer da etwas von mir wollte.
Steine der Vergangenen
Er riss das Lenkrad herum, aber es war zu spät, mit voller Wucht traf das entgegenkommende Auto die Beifahrerseite. Miriam war sofort tot, Charlie hingeben starb langsam. Unter großen Schmerzen sah er wie seiner Frau das Blut an der Lippe entlangfloß.
Route 66
Es holperte ein wenig, als das Flugzeug zur Landung aufsetzte. Der Pilot verstand sein Handwerk, sanft gleitete die Maschine auf die Rollbahn nieder und ließ das Flugzeug ausrollen. Langsam näherte er sich der Gangway.
Tommy war noch immer von der Skyline von Chicago beeindruckt, an der sie gerade vorbei geflogen waren. Als wären die Wolkenkratzer [...]
Montag, 9:38 Uhr
Kaffee! Kaffee? Wieso rieche ich Kaffee? Wenn man einmal von technischen Spielereien, wie timergesteuerten Kaffeemaschinen absieht, benötigt man für frisch gebrühten Kaffee, oder etwas präziser ausgedrückt, um frisch gebrühten Kaffee riechen zu können, eine Person die ihn brüht. Da ich im Bett lag und schlief, mein finanzieller Spielraum Kaffeemaschinen mit einem Wert [...]


